Einleitung
Nach einem Krankenhausaufenthalt wird eine niedrige Rate an neu entstandenen Dekubitalulzera als wichtiger Qualitätsindikator im Bereich Pflege betrachtet. Die Rate eines Krankenhauses hängt dabei nicht allein von der Qualität der pflegerischen Prophylaxe ab, sondern wird auch durch patientenbezogene Risikofaktoren, wie z.B. Diabetes mellitus oder das Alter der Patienten, beeinflusst. Das Ergebnis eines Krankenhauses hängt damit auch davon ab, welches Risikoprofil die Patienten eines Krankenhauses mit sich bringen. Ein Krankenhaus, in dem sehr häufig Hochrisiko-Patienten behandelt werden, lässt in der Regel eine höhere Rate an neu entstandenen Dekubitalulzera erwarten als ein Krankenhaus mit wenig Hochrisiko-Patienten. Ein schlechteres Ergebnis muss in solchen Fällen nicht automatisch eine schlechtere Qualität der Versorgung bedeuten.
Erst eine angemessene Berücksichtigung unterschiedlicher Risiken im Patientenmix sorgt für einen fairen Vergleich der Krankenhäuser. Da sich dies durch die Verwendung risikoadjustierter Qualitätsdarstellungen realisieren lässt, initiierte die BQS-Fachgruppe Pflege die Entwicklung zweier Modelle zur Risikoadjustierung. Hierzu wurden multiple logistische Regressionsmodelle eingesetzt, um einen möglichen gemeinsamen Einfluss mehrerer Risikofaktoren zu erkennen und zu gewichten, deren Ergebnisse in einem weiteren Schritt zur Berechnung risikoadjustierter Raten verwendet wurden. Im ersten Modell (logistischer Dekubitus-Score I: LOGDEK-Score I) wird dabei die Rate an allen neu entstandenen Dekubitalulzera Grad 2 bis 4 betrachtet. Im zweiten Modell (logistischer Dekubitus-Score II: LOGDEK-Score II) werden alle neu entstandenen Dekubitalulzera (Grad 1 bis 4) für einen Krankenhausvergleich herangezogen. Das Vorgehen bei der Risikoadjustierung wird im Folgenden am Beispiel des LOGDEK-Scores I erläutert.