Im Falle einer neoadjuvanten Therapie (vorausgegangene endokrine oder Chemotherapie, vgl. präoperative tumorspezifische Therapie) ist hier der prätherapeutische Befund vor der neoadjuvanten Therapie anzugeben

Die TNM-Klassifikation erfolgt nach der 6. Auflage 2002 (1,2)

Obligat sind nur die Hauptkategorien, die Unterteilung in Subkategorien (bei T1, T4, N2, N3) ist fakultativ.

(1) UICC (2002) TNM classification of malignant tumours, 6th ed. (Soblin LH, Wittekind Ch, eds.). John Wiley & Sons, New York

(2) UICC (2002) TNM Klassifikation maligner Tumoren, 6. Aufl. (Wittekind Ch, Meyer H-J, Bootz F, Hrsg). Springer, Berlin,  Heidelberg,  New York

1. Allgemeine Regeln zur klinischen Klassifikation

Im Falle multizentrischer Karzinome (Definition siehe unten) wird der Tumor mit der höchsten T-Kategorie klassifiziert. Simultane bilaterale Tumoren werden getrennt klassifiziert.

Schema zur T-Klassifikation

TX     Primärtumor kann nicht beurteilt werden

T0     Kein Anhalt für Primärtumor

Tis     Carcinoma in situ:

           Tis (DCIS): Duktales Carcinoma in situ

           Tis (LCIS): Lobuläres Carcinoma in situ

           Tis (Paget): M. Paget der Mamille ohne nachweisbaren Tumor(1)

           Die Zusätze DCIS, LCIS und Paget können in der QS-Dokumentation nicht verschlüsselt werden.


T1 bis T3: Invasive Karzinome ohne direkte Ausdehnung auf Brustwand(2) oder Haut(3).

T1     Tumor 2 cm oder weniger

        T1mic Mikroinvasion (4)

        T1a Tumor > 0,1 – 0,5 cm

        T1b Tumor > 0,5 – 1,0 cm

        T1c Tumor > 1,0 – 2,0 cm

T2     Tumor > 2 – 5 cm

T3     Tumor > 5 cm

T4     Tumor jeder Größe mit direkter Ausbreitung auf Brustwand(2) oder Haut(3).

T4a     Ausdehnung auf Brustwand(2)

T4b     Ödem (einschließlich Apfelsinenhaut) oder Ulzeration der Brusthaut oder Satellitenmetastasen
           der Haut der gleichen Brust.

T4c     Kriterien von T4a und T4b

T4d     Entzündliches (inflammatorisches) Karzinom(5).

Auch bei Tumoren, die sich später in der Histologie als gutartig herausstellen, sind die klinischen Tastbefunde entsprechend der präoperativen Untersuchung zu dokumentieren.



(1)M. Paget kombiniert mit einem nachweisbaren Tumor wird entsprechend der Größe des Tumors klassifiziert.

(2) Die Brustwand schließt die Rippen, die Interkostalmuskulatur und den vorderen Serratusmuskel mit ein, nicht aber die Pektoralismuskulatur.

(3) Als Ausdehnung auf die Haut gelten Ödem inkl. Apfelsinenhaut, Ulzeration der Brusthaut oder Satellitenmetastasen der Haut der gleichen Brust.

Einziehungen der Haut oder der Mamille oder andere Hautveränderungen (außer denjenigen, die in T4b, 4d klassifiziert sind) können in T1, T2, T3 vorkommen, ohne die T-Klassifikation zu beeinflussen.

(4) Unter Mikroinvasion wird ein Eindringen von Karzinomzellen über die Basalmembran hinaus in das angrenzende Gewebe verstanden. Kein Invasionsherd darf mehr als 0,1 cm in größter Ausdehnung messen. Wenn multiple Mikroinvasionsherde vorliegen, wird nur die Ausdehnung des größten Herdes für die Klassifikation verwendet. (Eine Summe aus der Größe aller Mikroinvasionsherde darf nicht gebildet werden). Das Vorhandensein multipler Mikroinvasionsherde sollte ebenso wie bei multiplem größeren Karzinomen festgehalten werden.

(5) Entzündliche (inflammatorische) Karzinome der Brust sind durch eine diffuse braune Induration der Haut mit erysipelähnlichem Rand gekennzeichnet, gewöhnlich ohne eine palpable Tumormasse.