Logo + Home
 
   BQS Qualitätsreport    BQS Outcome    BQS Qualitätsindikatoren Datenbank    BQS Register 140d

Kompetenz 7: Auswertung, Bewertung und Berichterstattung

Durchführung der BQS-Bundesauswertung

Das Zahlenwerk der BQS-Bundesauswertung muss interpretiert, bewertet und dargestellt werden. Die BQS lässt weder Auftraggeber noch Öffentlichkeit mit den Statistiken allein, sondern bietet Bewertungen, zeigt Wege zur Interpretation der Ergebnisse auf und macht auf Entwicklungspotentiale aufmerksam. Alle Bewertungen und Ergebnisse werden für die Öffentlichkeit umfassend und transparent dargestellt.

Auswertung

Voraussetzung für valide Auswertungen ist die systematische Entwicklung von Qualitätsmessinstrumenten. Aufbauend auf die definierten Qualitätsziele entwickelt die BQS durch Probeauswertungen validierte Auswertungskonzepte, nach denen die BQS-Bundesauswertungen gerechnet werden.
Die übermittelten Datensätze werden statistisch nach den Auswertungskonzepten und Rechenregeln ausgewertet, aufbereitet, und zusammen mit den Fachgruppen analysiert und kommentiert. Wurde das Qualitätsziel erreicht? Die Auswertungen geben die Antwort. Die Ergebnisse werden dabei auf zwei unterschiedliche Arten dargestellt. Zum einen werden medizinische und pflegerische Ergebniskennzahlen mit Hilfe von Tabellen und Grafiken visualisiert. Zum anderen beinhalten die Auswertungen der BQS immer auch eine Basisstatistik. Sie gibt eine deskriptive Übersicht über allgemeine Daten zum Patientenspektrum, zur Altersverteilung oder zur Verteilung bestimmter Eingriffe.

Auswertungsroutinen und Musterauswertungen: Musterauswertungen sind die Grundlage für die Programmierung der Auswertungsroutinen für die BQS-Bundesauswertung. In die Musterauswertungen gehen  die in den Auswertungskonzepten niedergelegten Festlegungen und Rechenregeln und  die bereits für das vorhergehende Verfahrensjahr validierten Auswertungsroutinen ein.
Validierung von Rechenregeln und Probeauswertungen: Die BQS-Bundesauswertung wird für alle dokumentationspflichtigen Leistungsbereiche nach einem einheitlichen Vorgehen in mehreren Arbeitsschritten entwickelt, geprüft und freigegeben. Die statistische und inhaltliche Validierung erfolgt durch BQS-Mitarbeiter und die BQS-Fachgruppe. Im Verlauf der Probeauswertungen werden alle notwendigen Korrekturen und Verbesserungen eingearbeitet.
Erstellung und Freigabe der BQS-Bundesauswertung: Nach einer abschließenden Prüfung erfolgt die Freigabe für die Berechnung der BQS-Bundesauswertung. Die BQS-Bundesauswertung wird mit den gleichen Auswertungsroutinen berechnet wie die letzte freigegebene Probeauswertung. Die inhaltliche Freigabe der Auswertung durch die BQS-Fachgruppen erfolgt bereits auf der Basis der Probeauswertungen.
BQS-Abläufe

Bewertung

Der Sachverstand der BQS steht unseren Auftraggebern zur Verfügung, wenn es darum geht, die Statistiken der BQS-Bundesauswertungen zum Sprechen zu bringen und in der Praxis anzuwenden.

Referenzbereiche als Bewertungsgrundlage
Die BQS-Bundesauswertung muß interpretiert werden. Die Bewertung der Versorgungsleistung erfolgt durch den Vergleich mit Vorgaben oder Erwartungswerten. Diese Vorgaben sind von den BQS-Fachgruppen für fast alle Qualitätsindikatoren als Referenzbereiche festgelegt worden. Ergebnisse innerhalb der Referenzbereiche sind als unauffällige Versorgungsqualität zu werten. Ergebnisse außerhalb der Referenzbereiche kennzeichnen Auffälligkeiten.
Für die Festlegung der Referenzbereiche verwenden die BQS-Fachgruppen bei der BQS Informationen aus Leitlinien, wissenschaftlicher Fachliteratur oder Referenzerhebungen (nationale oder internationale Register, Qualitätssicherungsprojekte). Stehen verwertbare Datenquellen nicht zur Verfügung oder ist die erforderliche Vergleichbarkeit nicht gegeben, legen die Fachgruppen bei der BQS die Referenzbereiche durch einen Expertenkonsens fest. In diesen Fällen sind in der Regel keine festen Werte, sondern Perzentilen als Referenzbereiche definiert worden.

Bewertung durch die BQS-Fachgruppen
Die Bewertung der Auswertungsergebnisse wird von den BQS-Fachgruppen vorgenommen. Diese Besetzungspraxis der Fachgruppen gewährleistet ausgewogene Einschätzungen, da die unterschiedlichen Ziele und Perspektiven der Beteiligten einer einseitig interessengeleiteten Bewertung entgegenstehen. Die Ergebnisse der BQS-Bundesauswertung werden einer kritischen Prüfung unterzogen – Scheinkorrelationen und Artefakte aufgrund nicht valider Daten müssen ausgeschlossen werden. Am Ende stehen Empfehlungen zum Umgang mit den Ergebnissen und zur Veröffentlichung freigegebene Bewertungen.

Perspektiven der Bewertung
Der BQS-Qualitätsreport bewertet die Versorgungsqualität in deutschen Krankenhäusern aus zwei Perspektiven:

  • Die Bewertung der Gesamtrate des jeweiligen Qualitätsindikators erfasst das Ergebnis für alle Patienten und macht daher eine Aussage zur Qualität der Gesamtversorgung im stationären Bereich.
  • Der Blick auf die Spannweite der Krankenhausergebnisse und die Zahl der auffälligen Krankenhäuser zeigt, in welchem Maße die Qualität in den einzelnen Krankenhäusern erreicht wird.

So kann die Situation entstehen, dass für einen Qualitätsindikator insgesamt eine gute Versorgungsqualität festgestellt wird, weil die auf alle Patienten bezogene Gesamtrate im Referenzbereich, also im nicht auffälligen Bereich, liegt. Dennoch ist es möglich, dass eine größere Anzahl von Krankenhäusern gemessen am Referenzbereich auffällige Ergebnisse zeigt.

Strukturierter Dialog
Abluafschema des Strukturierten Dialogs Ein auffälliges Ergebnis kann durch unzureichende Versorgungsqualität, durch Dokumentationsfehler oder durch methodische Limitationen des Indikators zustande kommen. Die erforderliche Analyse auffälliger Ergebnisse erfolgt im Rahmen des Strukturierten Dialogs. Expertengremien auf der Landesebene kontaktieren die Krankenhäuser, in denen Maßnahmen für eine Verbesserung der Versorgungsqualität erforderlich sind, analysieren die Stellungnahmen und vereinbaren bei Bedarf Verbesserungsmaßnahmen.
Für die Herzchirurgie und für die Transplantationsmedizin findet der Strukturierte Dialog direkt zwischen den Fachgruppen der BQS und den Krankenhäusern statt.

Berichterstattung

Wegen des Umfangs der zu veröffentlichenden Daten hat die BQS ihre Websites als schnellen, kostengünstigen und für nahezu jedermann zugänglichen Kommunikationsweg systematisch ausgebaut. Die Ergebnisse der BQS-Bundesauswertung werden der interessierten Öffentlichkeit auf der Website www.bqs-outcome.de für alle Leistungsbereiche vollständig zur Verfügung gestellt.
Die zusammen mit den BQS-Fachgruppen auf der Basis der Auswertungen erstellten kommentierten Berichte fasst der BQS-Qualitätsreport zusammen. Eine zusammenfassende Druckfassung des BQS-Qualitätsreports ist ebenfalls verfügbar. Die zum Teil sehr differenzierten Einzelergebnisse werden im Fachzusammenhang auch für Nichtmediziner verständlich dargestellt.
Neben diesen Medien werden die BQS-Ergebnisse auch jährlich bei der BQS-Ergebniskonferenz und auf fachgebietsbezogenen Bund-Länder-Konferenzen mit einem breiten Publikum diskutiert.