Qualitätsziele und Qualitätsindikatoren

Im
Jahr 2004 waren im Rahmen der externen Qualitätsdarstellung 212
Qualitätsindikatoren mit 330 Qualitätskennzahlen in den verpflichtend
zu dokumentierenden Leistungsbereichen im Einsatz. Über 60% der
Qualitätsindikatoren messen die Ergebnisqualität, 25% die
Prozessqualität und ca. 15% der Qualitätsindikatoren bewerten die
Indikationsstellung. Weitere 118 Qualitätsindikatoren stellt die BQS in
Leistungsbereichen zur Verfügung, die seit dem Jahr 2004 nicht mehr
verpflichtend sind, aber freiwillig dokumentiert werden können.
Alle
BQS-Indikatoren wurden von der BQS neu entwickelt und weiterentwickelt.
Der Entwicklungsprozess folgt einem fest strukturierten Ablauf und
beginnt mit der Definition
der Qualitätsziele.
Am Anfang steht die Ergänzung des Halbsatzes „Gute Qualität ist,
wenn ...“. Bei der Definition von Qualitätszielen für die
Herzschrittmacher-Erstimplantation wird dieser Halbsatz zum Beispiel
wie folgt weitergeführt: „Gute Qualität in der
Herzschrittmacher-Erstimplantation ist, wenn ...
- eine leitlinienkonforme Systemwahl getroffen wird.“
- eine ausreichende intrakardiale Signalamplitude erreicht wird.“
- selten Sondendislokationen auftreten.“
Neben dem Qualitätsziel wird zu jedem Qualitätsindikator eine
ausführliche Begründung dokumentiert, in der auch die dem Indikator
zugrunde liegende wissenschaftliche Literatur und Leitlinien dargelegt
werden.
Qualitätsziele sind nicht unrealistisch hohe Anforderungen, sondern
Anforderungen, die zu guten Ergebnissen führen. Jeder Beteiligte am
medizinischen Benchmarking muss wissen, nach welchen Kriterien die BQS
eine Behandlung bewertet. Deshalb
legt die BQS offen, was sie als gute Qualität betrachtet. Basis ist
immer der Stand der Wissenschaft. Transparenz ist bei diesem Verfahren
ein enorm wichtiger Aspekt. Ob schließlich 90 Prozent der
Krankenhäuser die Messlatte überwinden oder nur zehn Prozent, spielt
dabei im Einzelfall keine Rolle.
Ausgehend von den Qualitätszielen wird ein Auswertungskonzept für
die Qualitätsindikatoren, ihre Einflussfaktoren sowie eine
Basisauswertung entwickelt, aus denen der Datensatz abgeleitet wird.