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Ziel des Strukturierten Dialogs

Der Strukturierte Dialog mit Krankenhäusern ist eine ergebnisoffene Form der Kommunikation mit dem Ziel, Krankenhäuser bei ihrem kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu unterstützen. Dazu werden für die direkten Leistungsbereiche der Herzchirurgie und der Transplantationsmedizin von der zuständigen BQS-Fachgruppe zunächst Auffälligkeitsbereiche für die Ergebnisse zu den BQS-Qualitätsindikatoren festgelegt. Krankenhäuser, deren Ergebnisse außerhalb der Referenzbereiche liegen, werden von der BQS um eine schriftliche Stellungnahme zu ihren Ergebnissen gebeten. Im Dialog mit den auffälligen Krankenhäusern können so die Ursachen für die Auffälligkeiten identifiziert und Ansätze für Veränderungen aufgedeckt werden.  

Das Konzept des Strukturierten Dialogs

"Strukturiert“ ist der Dialog in zweifacher Hinsicht: Zum einen ist der Dialog mit auffälligen Krankenhäusern als Stufenkonzept angelegt und sieht im ersten Schritt eine schriftliche Analyse der Auffälligkeiten und die Darstellung konkreter Verbesserungsmaßnahmen durch das Krankenhaus vor. Danach sind in abgestufter Reihenfolge ein Gespräch mit Zielvereinbarungen und eine Begehung des Krankenhauses vorgesehen. Die Deanonymisierung eines Krankenhauses gegenüber dem Gemeinsamen Bundesausschuss erfolgt, wenn im weiteren Verlauf keine Verbesserung der Versorgungsqualität des Krankenhauses erkennbar wird oder sich ein Krankenhaus dem Dialog verweigert.

Die Analyse der Stellungnahmen auffälliger Krankenhäuser findet ebenfalls in strukturierter Form nach folgenden Kriterien statt:

  • Ist die Auffälligkeit tatsächlich durch ein Qualitätsproblem verursacht oder ist die Auffälligkeit durch methodische Limitationen des Qualitätsindikators begründet? Liegt hier ein Problem der Versorgung oder der Dokumentationsqualität vor?
  • Wurde das Problem bereits vom Krankenhaus erkannt?
  • Wurden ggf. Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung ergriffen?
  • Halten die Experten der BQS-Fachgruppe Herzchirurgie diese Maßnahmen für Erfolg versprechend?
  • In welchem Zeitraum soll eine Umsetzung dieser Maßnahmen und ihre Auswirkung auf die Behandlungs- oder Dokumentationsqualität überprüft werden?

Maßnahmen und Konsequenzen

Die Krankenhaüser, von denen eine Stellungnahme angefordert wurde, führten umfangreiche interne Analysen ihrer Auffälligkeiten durch und legten die Ergebnisse dieser Analysen gegenüber der Fachgruppe Herzchirurgie in schriftlicher Form dar. In ca. 80% der Fälle konnte BQS-Fachgruppe die Stellungnahmen der Krankenhäuser akzeptieren, da bereits Erfolg versprechende Korrekturen an den internen Prozessen vorgenommen worden waren oder die auffälligen Ergebnisse durch die Behandlung von Hochrisikopatienten bedingt waren. In den übrigen Fällen wurden ergänzende Stellungnahmen angefordert. Zusätzlich wurde  bei bedarf auch das Mittel des Expertengespräch und der Begehung eingesetzt.

Das Ziel einer verbesserten Versorgungsqualität  wird dabei durch zwei Ansätze verfolgt:

  1. Krankenhäuser, deren Ergebnisse nach Analyse durch die Experten der BQS-Fachgruppe als auffällig gelten, erhalten im Rahmen von Expertengesprächen Unterstützung bei der internen Qualitätsverbesserung.
  2. Zugleich kann die Identifikation besonders guter Versorgungsqualität in einzelnen Krankenhäusern im Sinne eines „Lernens von den Besten“ wichtige Impulse für eine verbesserte Versorgungsqualität aller Krankenhäuser geben.