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Warum werden nicht alle BQS-Indikatoren zur Veröffentlichung empfohlen?Wie ein Indikator aufgebaut wird, hängt von der Aufgabenstellung ab, für die er eingesetzt werden soll. Medizinischpflegerische Qualitätsindikatoren können mit unterschiedlichen Zielsetzungen verwendet werden. Für diese unterschiedlichen Anwendungsgebiete müssen unterschiedliche methodische Anforderungen an die eingesetzten Qualitätsindikatoren gestellt werden. Für einen öffentlichen Ergebnisvergleich müssen höhere Anforderungen an die Risikoadjustierung der Indikatoren gestellt werden als wenn der Indikator für das interne Qualitätsmanagement oder für ein anonymes Verfahren verwendet wird. Dieser Sachverhalt soll an einem Beispiel verdeutlicht werden: Der Ergebnisindikator „Sterblichkeit bei Schenkelhalsfrakturen“ wird nicht für die öffentliche Berichterstattung empfohlen, da bei der Risikoadjustierung methodische Einschränkungen bestehen. Risikoadjustierung heißt, daßß berücksichtigt wird, ob in einem Krankenhaus besonders schwer kranke Patientenbehnadelt werden. Eine methodisch geeignetere Risikoadjustierung würde die Dokumentation einer Vielzahl von Begleiterkrankungen erfordern und einen höheren Dokumentationsaufwand in den Krankenhäusern bedingen. Die BQS-Fachgruppe Orthopädie und Unfallchirurgie hat sich unter Abwägung von Aufwand und Nutzen bewusst entschieden, bei den rund 50.000 Fällen pro Jahr den Dokumentationsaufwand gering zu halten. Sie nimmt in Kauf, dass im Strukturierten Dialog mit den rund 50 auffälligen Krankenhäusern deren Ergebnisse in einigen Fällen dadurch begründet werden können, dass Patienten mit besonderem Risikoprofil behandelt werden, das in der verwendeten groben Risikoadjustierung nicht abgebildet ist. Diese „Fehlalarme“ können im Rahmen des anonymen Strukturierten Dialogs in Kauf genommen werden, da dem Krankenhaus kein „Schaden“ entsteht. Für die öffentliche Berichterstattung werden höhere Anforderungen an die Risikoadjustierung gestellt, um Krankenhäuser nicht fälschlicherweise öffentlich in ein zu gutes oder zu schlechtes Licht zu rücken. |