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Interpretationshilfe für Patienten

(Stand: 21.06.2007)

Qualitätsindikator

Entscheidung für die Herzkatheteruntersuchung

BQS-Qualitätsindikator

Indikation zur PCI

Versorgungsbereich:
Herzkatheteruntersuchung und -behandlung

Indikatortyp:
Indikationsstellung (Prozessindikator)

BQS-Leistungsbereich:
Koronarangiographie und perkutane Koronarintervention (PCI)

Art des Referenzbereichs:
Zielbereich

Informationen zum Versorgungsbereich: Link.

Begriffserläuterungen finden Sie im Glossar.

       

Qualitätsziel
Die Entscheidung zur Durchführung einer Herzkatheteruntersuchung soll möglichst häufig nur dann getroffen werden, wenn Anzeichen für eine Durchblutungsstörung vorliegen.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Behindert eine Verengung (Stenose) die Durchblutung eines oder mehrerer Herzkranzgefäße, ist die ausreichende Versorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff und Nährstoffen nicht mehr gegeben und die Pumpfunktion des Herzmuskels nimmt ab.

Dabei können folgende Beschwerden (Symptome) auftreten, die als Anzeichen für eine Durchblutungsstörung (Ischämiezeichen) gewertet werden können:

  • ein Engegefühl in der Brust,
  • Brustschmerzen, die in Arm, Kiefer, Oberbauch, Rücken ausstrahlen können,
  • Atemnot,
  • Angst- oder Beklemmungsgefühle, Pulsrasen,
  • blasse, kalt-schweißige Haut.

Für den behandelnden Arzt sind diese Symptome neben Veränderungen des EKG unter Belastung (Belastungs-EKG) wichtige Hinweise auf das Vorliegen einer koronaren Herzerkrankung. Diesem Verdacht kann ggf. durch weiterführende Untersuchungen (z. B. Ultraschalluntersuchungen des Herzens unter Belastung) nachgegangen werden.

In welchem Zustand sich die Herzkranzgefäße befinden, wird mittels einer Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie) festgestellt, die heute als Standarduntersuchung mit der höchsten Aussagekraft gilt.

Um die Herzkranzgefäße sichtbar zu machen, wird ein langer, biegsamer Schlauch (der Herzkatheter) meistens in eine Arterie in der Leiste eingelassen und bis zum Herzen vorgeschoben. Dort wird durch den Herzkatheter ein Röntgenkontrastmittel in die Herzkranzgefäße gespritzt. Die Verteilung des Kontrastmittels in den Gefäßen wird durch Röntgenaufnahmen sichtbar gemacht.

Mit dieser Untersuchungsmethode lässt sich erfassen, ob und in welchem Ausmaß die Herzkranzgefäße verengt oder sogar verschlossen sind und wie viele Gefäße betroffen sind.

Die Koronarangiographie unterstützt den behandelnden Arzt bei der Entscheidung, welche Behandlung notwendig ist: Kann konservativ behandelt werden (z. B. durch Medikamente, Änderungen im Lebensstil) oder muss die Durchblutung der Herzkranzgefäße durch einen Kathetereingriff oder durch eine Herzoperation wiederhergestellt werden?

Allerdings ist auch die Herzkatheteruntersuchung nicht frei von Risiken. Deswegen sollen Herzkatheteruntersuchungen nur in begründeten Fällen vorgenommen werden, wenn die Beschwerden des Patienten und die vorangegangenen Untersuchungen auf eine Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße schließen lassen.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus für alle Patienten, bei denen eine Herzkatheterbehandlung vorgenommen wurde, ob die Anzeichen für eine Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße (Ischämiezeichen) vorhanden waren.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, bei wie vielen Patienten, die sich einer Herzkatheterbeahandlung unterzogen haben, keine Anzeichen für eine Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße vorlagen.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2006 bei mindestens 80%. Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 91,0%.

Damit lagen bei 91 von 100 Patienten, die 2006 in deutschen Krankenhäusern eine Herzkatheteruntersuchung erhielten, vorher Anzeichen für eine Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße vor.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit 80% und mehr haben das Qualitätsziel erreicht. Krankenhäuser mit mehr als 91,0 % liegen über dem Bundesdurchschnitt.

Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Kardiologie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

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