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Interpretationshilfe für Patienten

(Stand: 21.06.2007)

Qualitätsindikator

Ungeplante Folgeoperation(en) wegen Komplikation(en)

BQS-Qualitätsindikator

Reinterventionsrate

Versorgungsbereich:
Gallenblasenentfernung

Indikatortyp:
Ergebnisindikator

BQS-Leistungsbereich:
Cholezystektomie

Art des Referenzbereichs:
Toleranzbereich

Informationen zum Versorgungsbereich: Link.

Begriffserläuterungen finden Sie im Glossar.

    

Qualitätsziel
Nach Gallenblasenentfernungen sollen möglichst selten Folgeoperationen zur Behandlung von Komplikationen erforderlich sein.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Tritt nach einer Operation eine Komplikation auf, können ungeplante Folgeoperationen (Reintervention) erforderlich werden. Abgesehen von den generellen Risiken, die jede Operation mit sich bringt, können die Auswirkungen für die betroffenen Patient(inn)en erheblich sein:

Der Heilungsprozess verzögert sich, der Krankenhausaufenthalt wird verlängert.

Häufig müssen die Betroffenen zusätzlich Medikamente einnehmen. Insgesamt sind die Patient(inn)en einer erheblich größeren körperlichen und psychischen Belastung ausgesetzt.

Auch während einer Gallenblasenoperation können schwerwiegende Komplikationen auftreten, z. B. Verletzungen des Darmes oder von Blutgefäßen. Eine der folgenschwersten Komplikationen ist, wenn der Hauptgallengang während der Operation durchtrennt oder verletzt wird.

Geplante Gallenblasenentfernungen ziehen weniger Komplikationen nach sich als Notfalloperationen.

Ziel aller Krankenhäuser muss es daher sein, Komplikationen zu vermeiden, die Folgeoperationen notwendig machen.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Das Krankenhaus dokumentiert für alle Patient(inn)en, denen die Gallenblase entfernt wurde, ob Folgeoperationen auf Grund von Komplikationen durchgeführt werden mussten.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, die angibt, wie hoch der Anteil der Patient(inn)en ist, denen die Gallenblase entfernt wurde und die anschließend infolge auftretender Komplikationen ein weiteres Mal operiert wurden.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator kann keine medizinisch-pflegerisch begründbare Grenze für eine tatsächlich erreichbare gute Qualität festgelegt werden. Als Orientierungshilfe zur Bewertung der Krankenhausergebnisse kann das durchschnittliche Ergebnis in Deutschland (Gesamtrate) herangezogen werden (siehe: Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?).

Da es für diesen Indikator keine klar belegbare Grenze für gute Qualität gibt, wurde ein Referenzbereich festgelegt, der besonders auffällige Ergebnisse kennzeichnet. Nicht jedes auffällige Ergebnis bedeutet automatisch schlechte Qualität. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen möglicherweise Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 1,11%.

Damit trat bei 1 bis 2 von 100 Patient(inn)en, bei denen 2006 in Deutschland die Gallenblase im Krankenhaus entfernt wurde, eine Komplikation auf, die eine Folgeoperation nach sich zog.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit einer Rate von weniger als 1,11% liegen über dem Durchschnitt. Krankenhäuser mit einer Rate von mehr als 1,5% haben ein auffälliges Ergebnis.

Aus auffälligen Ergebnissen kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Viszeralchirurgie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

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