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Hintergrundinformationen zum Versorgungsbereich

(Bezeichnung des BQS-Leistungsbereichs: Cholezystektomie)

(Stand: 21.06.2007)

Icon für Cholezystektomie

Folgende Qualitätsindikatoren aus diesem Versorgungsbereich sind für die öffentliche Berichterstattung verpflichtend:

Klärung der Ursachen für angestaute Gallenflüssigkeit vor der Gallenblasenentfernung

Feingewebliche Untersuchung der entfernten Gallenblase

Ungeplante Folgeoperation(en) wegen Komplikation(en)

Interpretationshilfen für die Ergebnisse dieser Qualitätsindikatoren finden Sie, indem Sie die Bezeichnungen der Qualitätsindikatoren anklicken.

Informationen für Patienten zu diesem Versorgungsbereich:

Die Chirurgie ist das medizinische Fachgebiet, das mit der Behandlung von Verletzungen und Krankheiten durch Operationen befasst ist.

Die Viszeralchirurgie (viszeral = den Eingeweiden zugehörig) ist ein Schwerpunkt innerhalb der Chirurgie und umfasst auch die operative Behandlung der Organe im Bauchraum. Der Bauchraum (Abdomen) ist der Bereich des menschlichen Körpers, der sich zwischen dem Brustkorb und dem Becken befindet. Deshalb wird die Viszeralchirurgie auch als Bauchchirurgie bezeichnet. Gallenblasenoperationen sind eine der häufigsten Operationen im Bauchraum und daher ein wichtiger Bestandteil der Viszeralchirurgie.

Die Gallenblase liegt an der Unterseite der Leber. Die Gallenflüssigkeit, auch Galle genannt, wird in der Leber produziert, täglich etwa 1 bis 1,5 Liter. Die Gallenflüssigkeit dient der Verdauung von mit der Nahrung aufgenommenen Fetten. Die Gallenflüssigkeit ermöglicht, dass Fette und Öle im Speisebrei „emulgiert“ werden, d. h. sich miteinander vermischen, denn Fette verbinden sich sonst nicht mit Wasser.

Die Gallenflüssigkeit wird über den Gallengang von der Leber in den Zwölffingerdarm geleitet, wo die fetthaltigen Bestandteile der Nahrung verdaut werden. Der kleine Teil der Gallenflüssigkeit, der in die Gallenblase gelangt (ungefähr 5 Prozent), wird zusätzlich auch über den Gallengang in den Zwölffingerdarm zur Verdauung abgegeben.

Es gibt mehrere Gründe für das Entstehen von Gallensteinen. Vereinfacht ausgedrückt können sie sich verstärkt bilden, wenn das Verhältnis der verschiedenen Bestandteile der Gallenflüssigkeit zueinander nicht stimmt. Die Gallenflüssigkeit besteht zu 80 Prozent aus Wasser. Wenn aber das Mischungsverhältnis der übrigen Bestandteile nicht stimmt, können die schlecht löslichen Inhaltsstoffe verklumpen und auf diese Weise Gallensteine entstehen. Die Gallenblase kann sich dann entzünden. Die typischen Anzeichen einer Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) sind Fieber und Schmerzen im rechten Oberbauch. 90 Prozent aller Gallenblasenentzündungen sind durch Gallensteine hervorgerufen.

Gallensteine können wenige Millimeter, aber auch mehrere Zentimeter groß sein. Patienten können einen (=„Solitärstein“) oder auch viele Steine in ihrer Gallenblase haben. Sollten kleine Steine in den Gallengang wandern, der die Leber und den Zwölffingerdarm miteinander verbindet, verhindern sie den Abfluss der Gallenflüssigkeit. Die Galle staut sich an (Fachbezeichnung: Cholestase, Gallenstau). Der gelbe Gallenfarbstoff tritt in die Blutbahn über und es tritt eine Gelbfärbung der Haut auf; gleichzeitig verliert der Stuhl seine Farbe und der Urin verfärbt sich braun. Außerdem treten heftige Schmerzen im rechten Oberbauch auf (sog. Koliken), die auch in Schulter und Rücken ausstrahlen können.

Frauen haben häufiger Gallensteine als Männer. In 60 bis 80 Prozent der Fälle bleiben die Betroffenen jedoch beschwerdefrei. Ist eine Entzündung der Gallenblase durch Gallensteine entstanden und treten Beschwerden auf, sollte eine Operation vorgenommen werden. Die Gallenblase wird dann vollständig entfernt (Cholezystektomie). Diese Operation gehört zu den am häufigsten durchgeführten Eingriffen.

Inzwischen werden ca. 90 Prozent der Gallenblasenentfernungen mittels der sogenannten „Schlüssellochoperation“ (Fachbezeichnungen: Laparoskopie, Bauchspiegelung, minimal-invasive Chirurgie) vorgenommen.

Es werden mehrere kleine Schnitte gemacht und die erkrankte Gallenblase mit speziellen Instrumenten entfernt.

Nur in seltenen Fällen ist heute immer noch die offene Operation (Bauchschnitt) zur Entfernung der Gallenblase erforderlich. Dies kann z. B. der Fall sein, wenn bei einem Patienten früher bereits größere Operationen im Bauchraum durchgeführt worden sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Viszeralchirurgie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

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