Logo + Home
 
   BQS Qualitätsreport    BQS Outcome    BQS Qualitätsindikatoren Datenbank    BQS Register 140d

Interpretationshilfe für Patienten

(Stand: 21.06.2007)

Qualitätsindikator

Zeitspanne zwischen dem Entschluss zum Notfallkaiserschnitt und der Entbindung des Kindes

BQS-Qualitätsindikator

E-E-Zeit bei Notfallkaiserschnitt

Versorgungsbereich:
Geburtshilfe

Indikatortyp:
Prozessindikator

BQS-Leistungsbereich:
Geburtshilfe

Art des Referenzbereichs:
Zielbereich

Informationen zum Versorgungsbereich: Link.

Begriffserläuterungen finden Sie im Glossar.

    

Qualitätsziel
Die Zeit zwischen dem Entschluss zu einem Notfallkaiserschnitt und der Entbindung des Kindes soll höchstens 20 Minuten betragen.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Ein sogenannter Kaiserschnitt (Fachbezeichnungen: Sectio caesarea, Schnittentbindung) ist eine Operation, mit der eine Geburt beendet wird. Das Kind wird durch diese Operation aus dem Mutterleib entbunden.

Der Schnitt erfolgt in der Unterbauchgegend der Mutter unterhalb der Schamhaarlinie.

Der Kaiserschnitt kann aus verschiedenen Gründen erforderlich sein:
Der primäre Kaiserschnitt wird bereits vor der Geburt geplant. Man entscheidet also zugunsten der Operation, bevor der natürliche Geburtsvorgang eingesetzt hat. Der Grund für diese Entscheidung ist, dass schon vor der Geburt erkennbar ist, dass eine besondere Gefährdung für Mutter und Kind im Laufe einer natürlichen Geburt besteht.

Wenn es im Verlauf der natürlichen Geburt zu Komplikationen kommt, die die Mutter oder das Kind gefährden, wird ein sekundärer Kaiserschnitt durchgeführt.

Als Notfall- oder Notkaiserschnitt wird ein Kaiserschnitt bezeichnet, bei dem die Operation besonders schnell begonnen werden muss. Dies ist der Fall, wenn eine akute Gefahr für Mutter oder Kind besteht, die ein sofortiges Eingreifen erfordert.

Gründe für einen Notkaiserschnitt können z. B. vorliegen, wenn

  • die Herzfrequenz des Kindes dramatisch absinkt,
  • der Mutterkuchen (Plazenta) sich ablöst,
  • die Nabelschnur eingeklemmt ist oder ein Nabelschnurknoten zugezogen wird,
  • die Gebärmuttermuskulatur aufreißt (Uterusruptur).

Die überwiegende Zahl der Notfallkaiserschnitte wird wegen einer akuten Gefährdung des ungeborenen Kindes durchgeführt.

Alle Komplikationen im Zeitraum der Geburt können zu einem Sauerstoffmangel für das Kind und damit möglicherweise zu dauerhaften Schädigungen oder Todesfällen führen. Um die Gefahr für Schäden des Kindes so gering wie möglich zu halten, muss sehr schnell gehandelt werden.

Die Zeitspanne zwischen der Entscheidung, einen Notfallkaiserschnitt auszuführen, bis zur Geburt des Kindes per (Not-)Kaiserschnitt wird Entschluss-Entbindungs-Zeit – abgekürzt: E-E-Zeit – genannt.

Zwischen dem Entschluss zum Kaiserschnitt und der Geburt des Kindes sollen höchstens 20 Minuten verstreichen.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus für alle Notfallkaiserschnitte die E-E-Zeit.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, bei wie vielen der Notfallkaiserschnitte das Krankenhaus das Ziel von höchstens 20 Minuten erreicht hat.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2006 bei mindestens 95%.
Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 96,12%.

Damit betrug bei 96 von 100 Notfallkaiserschnitten, die 2006 in deutschen Krankenhäusern durchgeführt wurden, die Zeit zwischen Entschluss zur Operation und Geburt des Kindes höchstens 20 Minuten.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit 95% und mehr haben das Qualitätsziel erreicht.

Krankenhäuser mit mehr als 96,12% liegen über dem Durchschnitt.

Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Perinatalmedizin, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

Dieser Text soll Ihnen dabei helfen, die Ergebnisse der Externen Qualitätssicherung zu nutzen. Haben wir dieses Ziel erreicht? War der Text für Sie von Nutzen, verständlich, zu kurz oder zu ausführlich?

Bitte nehmen Sie sich für eine kurze Bewertung Zeit: Ihre Einschätzung und Vorschläge helfen uns, besser zu werden.

zum Bewertungsformular