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Interpretationshilfe für Patienten

(Stand: 21.06.2007)

Qualitätsindikator

Anwesenheit eines Kinderarztes bei Frühgeburten

BQS-Qualitätsindikator

Anwesenheit eines Pädiaters bei Frühgeborenen

Versorgungsbereich:
Geburtshilfe

Indikatortyp:
Prozessindikator

BQS-Leistungsbereich:
Geburtshilfe

Art des Referenzbereichs:
Zielbereich

Informationen zum Versorgungsbereich: Link.

Begriffserläuterungen finden Sie im Glossar.

    

Qualitätsziel:
Bei Frühgeburten soll möglichst häufig ein spezialisierter Kinderarzt anwesend sein.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Eine Schwangerschaft dauert bei normalem Verlauf 40 Wochen. Die Berechnung der Schwangerschaftsdauer erfolgt ab der letzten erfolgten Regelblutung (Menstruation) in Tagen. 280 Tage kennzeichnen eine normale Schwangerschaftsdauer.

Als Frühgeborene werden Kinder betrachtet, bei denen die Schwangerschaftsdauer weniger als 260 Tage betragen hat. Meistens wiegen die frühgeborenen Kinder („Frühchen“) weniger als 2.500 Gramm. Ein normales Geburtsgewicht liegt bei rund 3.500 Gramm.

Spezialisierte Fachärzte sind für die Versorgung aller gefährdeten Neugeborenen und damit auch für die Versorgung frühgeborener Kinder ausgebildet.

Ein Pädiater, ein Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, soll bereits bei der Geburt der „Frühchen“ anwesend sein. Für die Behandlung der frühgeborenen Kinder werden nach Möglichkeit im Bereich Neonatologie (Neugeborenenmedizin) spezialisierte Kinderärzte einbezogen.

Für das Wohlergehen der frühgeborenen Kinder ist darüber hinaus wichtig, dass die gesamte Organisation und Struktur des Krankenhauses für die besonderen Anforderungen der Behandlung dieser Kinder geeignet sind.

Hoch qualifiziertes Fachpersonal und technisch gut ausgestattete, nah beieinander liegende Behandlungsräume sind unerlässlich. Eine angeschlossene neonatologische Abteilung, die rund um die Uhr besetzt sein soll, und eine enge Zusammenarbeit von Geburtshilfe und Neonatologie sind wichtige Voraussetzungen für die Gesundheit und das Überleben möglichst vieler gefährdeter Neugeborener.

Jedes Krankenhauses soll die Anwesenheit eines zuständigen Facharztes – des Pädiaters – bei der Geburt von Kindern, die vor der 35. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen, gewährleisten.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus, ob bei der Geburt eines Frühgeborenen ein Pädiater anwesend war.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, bei wie vielen Frühgeburten ein Pädiater anwesend war.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2006 bei mindestens 90%.

Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 88,26%.

Damit war bei 88 von 100 Frühgeburten im Krankenhaus ein spezialisierter Kinderarzt bei der Geburt anwesend.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit 90% und mehr haben das Qualitätsziel erreicht. Krankenhäuser mit mehr als 88,26% liegen über dem Durchschnitt.

Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Perinatalmedizin, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

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