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Interpretationshilfe für Patienten

(Stand: 21.06.2007)

Qualitätsindikator

Vorbeugende Medikamentengabe zur Vermeidung von Blutgerinnseln bei Gebärmutterentfernungen

BQS-Qualitätsindikator

Thromboseprophylaxe bei Hysterektomie

Versorgungsbereich:
Frauenheilkunde

Indikatortyp:
Prozessindikator

BQS-Leistungsbereich:
Gynäkologische Operationen

Art des Referenzbereichs:
Zielbereich

Informationen zum Versorgungsbereich: Link.

Begriffserläuterungen finden Sie im Glossar.

    

Qualitätsziel
Möglichst häufig vorbeugende Gabe von Medikamenten zur Vermeidung von Blutgerinnseln bei Gebärmutterentfernungen.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Der Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) wird als Thrombose bezeichnet.

Thrombosen entstehen besonders dann, wenn der Blutstrom verlangsamt wird. Eine solche Verlangsamung kann durch langes Sitzen – etwa im Flugzeug bei Langstreckenflügen – oder langes Liegen – z. B. durch Ruhigstellung nach Operationen – hervorgerufen werden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Thrombose entsteht, kann erheblich vermindert werden, wenn vorbeugend bestimmte Medikamente gegeben werden. Dadurch sinkt auch die Gefahr einer Lungenembolie (Verschleppung eines Thrombus in die Lunge) deutlich.

Für die meisten Frauen unter 40 Jahren besteht bei der Gebärmutterentfernung nur ein geringes Thromboserisiko. Möglichst viele Patientinnen ab dem Alter von 40 Jahren sollten deshalb vorbeugend Medikamente zur Vermeidung von Thrombosen erhalten.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Das Krankenhaus dokumentiert, wie vielen Patientinnen, die älter als 40 Jahre sind und die sich einer Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) unterziehen, vorbeugend Medikamente zur Verhinderung von Thrombosen verabreicht wurden.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, wie viele über 40-jährige Patientinnen, deren Gebärmutter entfernt wurde, vorbeugend Medikamente erhielten.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2005 bei mindestens 95%. Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 98,81%.

Damit ist bei 98 bis 99 von 100 Patientinnen mit Gebärmutterentfernung 2006 in deitschen Krankenhäusern eine vorbeugende Gabe von Medikamenten zur Vermeidung von Blutgerinnseln erfolgt.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit 95% und mehr haben das Qualitätsziel erreicht. Krankenhäuser mit einem Ergebnis von über 98,81% liegen über dem Durchschnitt.

Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Gynäkologie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

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