Interpretationshilfe für Patienten
(Stand: 21.06.2007)
Qualitätsindikator |
Auswahl des Herzschrittmachersystems |
BQS-Qualitätsindikator |
Leitlinienkonforme Systemwahl bei bradykarden Herzrhythmusstörungen |
Versorgungsbereich:
Herzschrittmachereinsatz
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Indikatortyp:
Prozessindikator
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BQS-Leistungsbereich:
Herzschrittmacher-Implantation
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Art des Referenzbereichs:
Zielbereich
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Informationen zum Versorgungsbereich: Link. |
Begriffserläuterungen finden Sie im Glossar. |
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Qualitätsziel
Die Auswahl des Herzschrittmacher-Systems soll möglichst häufig so erfolgen, wie dies in den Leitlinien zur Herzschrittmacherbehandlung empfohlen wird.
Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Zu den Erkrankungen, die einen Herzschrittmacher notwendig werden lassen, zählen die sogenannten bradykarden Rhythmusstörungen. Bei dieser Art der Rhythmusstörung schlägt das Herz ungewöhnlich langsam (Bradykardie, griech: bradikardía; wörtlich übersetzt: die „Langsamherzigkeit“), d. h. mit 60 Herzschlägen pro Minute oder weniger. Diese Rhythmusstörungen können nur gelegentlich oder dauernd vorhanden sein.
Die Ursache des verlangsamten Herzschlages (Bradykardie) liegt in der Erregungsbildung oder der Erregungsleitung im Herzen begründet. Eine Bradykardie kann auf verschiedene Weise festgestellt werden. Man kann den Puls fühlen, d. h. die Pulsschläge pro Minute zählen, oder das Herz abhören. Der Nachweis durch ein Elektrokardiogramm, kurz EKG genannt, ist die gebräuchlichste Methode zur Diagnose (Feststellung) des verlangsamten Herzschlages. Das EKG registriert die elektrische Aktivität des Herzmuskels und zeichnet diese auf.
Der behandelnde Arzt entscheidet auf Grund des Krankheitsbildes des betreffenden Patienten, an welchen Stellen das Herz durch den Schrittmacher stimuliert werden soll. Faktoren wie die Grunderkrankung des Herzens und Art und Häufigkeit der zugrunde liegenden Rhythmusstörung fließen in den Entscheidungsprozess ein. Genauso werden das Alter des Patienten und dessen Allgemeinzustand sowie erforderliche Medikamente in die Betrachtung einbezogen.
Je nach Krankheitsbild werden die Schrittmachersonden an folgenden Stellen positioniert:
- im Vorhof (Atrium),
- in der Herzkammer (Ventrikel) oder
- in Vorhof und Kammer (Atrium und Ventrikel).
Dementsprechend wird ein geeignetes Schrittmachermodell ausgewählt. Dieser Vorgang wird als Systemwahl bezeichnet.
Ziel aller Krankenhäuser muss es sein, bei Herzschrittmacher-Implantationen die Systemwahl in Übereinstimmung mit den aktuellen Leitlinien (Leitlinien zur Herzschrittmachertherapie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung) vorzunehmen.
Die aktuelle Leitlinie steht seit Ende 2005 zur Verfügung.
Was sind Leitlinien? Zur Unterstützung und als
Entscheidungshilfe für Ärzte, Pflegepersonal und andere im
Gesundheitswesen tätige Mitarbeiter werden so gennante Leitlinien
erarbeitet. Leitlinien werden für verschiedene medizinische Bereiche
erstellt, indem nationale und internatioale wissenschaftliche Studien
und Erfahrungen zusammengetragen und ausgewertet werden. Leitlinien
geben damit die aktuellen wissenschaftlichen Studien und Erfahrungen zusammengetragen und ausgewertet werden. Leitlinien geben damit die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse wieder. Sie sollen durch Formulierung klarer Behandlungsempfehlungen zu einer Verbesserung der Qualität in Diagnosestellung und Therapie beitragen.
In Deutschland werden Leitlinien von einzelnen Fachgesellschaften, Berufsverbänden, der Bundesärztekammer, von Krankenhausträgern und ähnlichen Institutionen entwickelt und veröffentlicht. |
Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus für alle PatientInnen, bei denen ein Herzschrittmacher eingesetzt wurde, ob die Wahl des Herzschrittmachersystems gemäß der geltenden Leitlinie erfolgt ist.
Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, wie oft sowohl die Therapieentscheidung als auch die Systemwahl in Abstimmung mit der geltenden Leitlinie erfolgt ist.
Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2006 bei mindestens 90%.
Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.
Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 92,32%.
Damit lag bei 92 bis 93 von 100 Patient(inn)en, die 2006 in deitschen Krankenhäusern wegen langsamer Herzrhythmusstörungen einen Herzschrittmacher erhielten, eine leitlinienkonforme Systemwahl vor.
Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit 90% und mehr haben das Qualitätsziel erreicht.
Krankenhäuser mit mehr als 92,32% liegen über dem Durchschnitt.
Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.
Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Herzschrittmacher, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.
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