Interpretationshilfe für Patienten
(Stand: 21.06.2007)
Qualitätsindikator |
Entscheidung zur Operation einer Verengung der Halsschlagader mit erkennbaren Krankheitsanzeichen |
BQS-Qualitätsindikator |
Indikation bei symptomatischer Karotisstenose |
Versorgungsbereich:
Halsschlagaderoperation
|
Indikatortyp:
Indikationsstellung (Prozessindikator) |
BQS-Leistungsbereich:
Karotis-Rekonstruktion
|
Art des Referenzbereichs:
Zielbereich
|
Informationen zum Versorgungsbereich: Link. |
Begriffserläuterungen finden Sie im Glossar. |
| | | | |
Qualitätsziel
Eine Operation zur Behandlung von Verengungen der Halsschlagader soll bei Patient(inn)en, bei denen bereits Krankheitsanzeichen aufgetreten sind (symptomatische Karotisstenose), möglichst selten erfolgen, wenn die Verengung weniger als 50 Prozent beträgt.
Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Schlaganfälle können durch Verengungen oder Verschlüsse der Halsschlagader verursacht werden. Diese Verengungen (Karotisstenose) können z. B. durch Verkalkungen entstehen. Eine Operation an der Halsschlagader kann diese Verengungen beseitigen und dadurch das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, senken.
Das Schlaganfallrisiko hängt entscheidend vom Ausmaß der Verengung (Stenosegrad) der Halsschlagader ab. Deshalb hat die genaue Feststellung einer Halsschlagaderverengung besonders große Bedeutung.
Die Verengung der Halsschlagader kann sich durch Krankheitsanzeichen bemerkbar machen, z. B. durch vorübergehende Lähmungserscheinungen. Dies wird als symptomatische Karotisstenose bezeichnet. Die Verengung kann aber auch durch eine Ultraschalluntersuchung erkannt werden, ohne dass Krankheitszeichen (Symptome) bemerkbar gewesen sind. Dies wird als asymptomatische Karotisstenose bezeichnet.
Bei einer symptomatischen Karotisstenose ist das Risiko, einen schweren Schlaganfall zu erleiden, besonders hoch. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Ist die Halsschlagader zu mehr als 50 Prozent verengt, ist eine vorbeugende Erweiterungsoperation in der Regel empfehlenswert. Dadurch vermindert sich das Risiko, innerhalb der kommenden fünf Jahre einen Schlaganfall zu erleiden, um nahezu 5 Prozent.
Noch deutlicher werden die Vorteile einer Operation, wenn eine Halsschlagader zu mehr als 70 Prozent eingeengt ist: Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, sinkt um 16 Prozent im Vergleich zu Patienten, die nur mit Medikamenten behandelt werden.
Von einer Operation ist jedoch in der Regel abzuraten, wenn der Grad der Verengung der Halsschlagader weniger als 30 Prozent beträgt. In diesem Fall sind die Risiken des Eingriffs höher als der zu erwartende Nutzen.
Für alle Patienten, die innerhalb der vorangegangenen 6 Monate
- einen Schlaganfall,
- eine einseitige Sehstörung (Amaurosis fugax),
- einen "kleinen Schlaganfall" (transistorische ischämische Attacke - abgekürzt: TIA -, macht sich z. B. durch vorübergehende Lähmungserscheinungen bemerkbar)
erlitten haben, bestehen die erforderlichen Voraussetzungen für eine Operation der Halsschlagader. Ist die Halsschlagader auf derselben Seite des Körpers, auf der sich die Ausfallserscheinungen gezeigt haben, zu mindestens 50 Prozent verengt, so ist eine operative Wiederherstellung der Durchlässigkeit dieser Halsschlagader angezeigt.
Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Das jeweilige Krankenhaus dokumentiert für jeden Patienten den Verengungsgrad der Halsschlagader.
Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt den Anteil der operierten Patienten mit erkennbaren Krankheitszeichen an, deren Halsschlagader zu mindestens 50% eingeengt war.
Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2006 bei mindestens 90%.
Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.
Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 96.37%.
Damit lag bei 96 bis 97 von 100 Patienten, bei denen 2006 in Deutschland im Krankenhaus eine Operation zur Erweiterung der Halsschlagader mit erkennbaren Krankheitszeichen durchgeführt wurde, ein Verengungsgrad von mindestens 50% vor.
Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit einem Ergebnis von 90% und mehr haben das Qualitätsziel erreicht.
Krankenhäuser mit einem Ergebnis von über 96,37% liegen über dem Bundesdurchschnitt.
Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.
Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Gefäßchirurgie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.
Dieser Text soll Ihnen dabei helfen, die Ergebnisse der Externen Qualitätssicherung zu nutzen. Haben wir dieses Ziel erreicht? War der Text für Sie von Nutzen, verständlich, zu kurz oder zu ausführlich?
Bitte nehmen Sie sich für eine kurze Bewertung Zeit: Ihre Einschätzung und Vorschläge helfen uns, besser zu werden.
zum Bewertungsformular |