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Interpretationshilfe für Patienten

(Stand: 21.06.2007)

Qualitätsindikator

Ungeplante Folgeoperation(en) wegen Komplikation(en)

BQS-Qualitätsindikator

Reintervention wegen Komplikation

Versorgungsbereich:
Kniegelenkersatz

Indikatortyp:
Ergebnisindikator

BQS-Leistungsbereich:
Knie-Totalendoprothesen-Erstimplantation

Art des Referenzbereichs:
Toleranzbereich

Informationen zum Versorgungsbereich: Link.

Begriffserläuterungen finden Sie im Glossar.

    

Qualitätsziel
Nach Einsatz von künstlichen Kniegelenken sollen möglichst selten Folgeoperationen zur Behandlung von Komplikationen erforderlich sein.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Das Einsetzen (Implantation) eines künstlichen Kniegelenkes ist eine häufig durchgeführte, geplante und umfassend vorbereitete Operation.

Dennoch können nach dem ersten Einsetzen einer Knieprothese (postoperativ) Komplikationen vorkommen. Beispielsweise können Blutungen auftreten oder die Operationswunde kann sich entzünden (Wundinfektion).

Tritt eine Komplikation auf, können dadurch ungeplante und gleichermaßen unerwünschte Folgeoperationen (Reinterventionen) erforderlich werden. Abgesehen von den generellen Risiken, die jeder operative Eingriff mit sich bringt, können die Auswirkungen auf die betroffenen Patient(inn)en erheblich sein:

Der Heilungsprozess verzögert sich und der Krankenhausaufenthalt wird verlängert. Damit geht eine längere Einschränkung der Beweglichkeit und auch der Mobilität der Patient(inn)en einher. Häufig müssen die Betroffenen zusätzlich Medikamente einnehmen. Alles in allem sind die Patient(inn)en einer erheblich größeren psychischen Belastung ausgesetzt, wenn Heilungs- und Genesungsprozess wegen Komplikationen nach der Erstoperation und eventueller Folgeeingriffe länger dauern.

Wenn ein Krankenhaus nur wenige oder gar keine Wiederholungsoperationen nach dem ersten Einsetzen des künstlichen Kniegelenkes verzeichnet, kann man in der Regel davon ausgehen, dass es kaum oder gar nicht zu Komplikationen kam, die eine weitere Operation erforderlich machten. 

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Das Krankenhaus dokumentiert für alle Patient(inn)en, bei denen erstmalig ein künstliches Kniegelenk eingesetzt wurde, ob nach der ersten Operation eine weitere, ursprünglich nicht vorgesehene Operation (Reintervention) durchgeführt werden musste.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, bei wie vielen Patient(inn)en nach dem erstmaligen Erhalt des künstlichen Kniegelenkes eine erneute, ungeplante Operation durchgeführt werden musste.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator kann keine medizinisch-pflegerisch begründbare Grenze für eine tatsächlich erreichbare gute Qualität festgelegt werden. Als Orientierungshilfe zur Bewertung der Krankenhausergebnisse kann das durchschnittliche Ergebnis in Deutschland (Gesamtrate) herangezogen werden (siehe: Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?).

Da es für diesen Indikator keine klar belegbare Grenze für gute Qualität gibt, wurde ein Referenzbereich festgelegt, der besonders auffällige Ergebnisse kennzeichnet. Nicht jedes auffällige Ergebnis bedeutet automatisch schlechte Qualität. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen möglicherweise Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 1,98%.

Damit trat bei 2 von 100 Patient(inn)en, die 2006 in Deutschland zum ersten Mal im Krankenhaus einen Kniegelenkersatz erhielten, eine Komplikation auf, die eine Folgeoperation nach sich zog.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit einer Rate von weniger als 1,98% liegen besser als der Durchschnitt. Krankenhäuser mit einer Rate von mehr als 6% haben ein auffälliges Ergebnis.

Aus auffälligen Ergebnissen kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:

BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Orthopädie und Unfallchirurgie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

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