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Interpretationshilfe für Patienten

(Stand: 21.06.2007)

Qualitätsindikator

Röntgenuntersuchung des entfernten Gewebes nach der Operation

BQS-Qualitätsindikator

Postoperatives Präparatröntgen

Versorgungsbereich:
Brusttumoren

Indikatortyp:
Prozessindikator

BQS-Leistungsbereich:
Mammachirurgie

Art des Referenzbereichs:
Zielbereich

Informationen zum Versorgungsbereich: Link.

Begriffserläuterungen finden Sie im Glossar.

    


Qualitätsziel
Vor einer Brustoperation markierte Bereiche sollen möglichst häufig nach der Operation durch eine Röntgenuntersuchung kontrolliert werden.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Auffälliges oder bereits erkranktes Brustgewebe lässt sich nicht immer ertasten. Veränderungen des Brustgewebes können auch durch kleinste Kalkablagerungen (Mikrokalk) auffallen und auf Brustkrebs hinweisen. Eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie) kann solche Verkalkungen sichtbar machen. Im Verlauf der weiteren Diagnosefindung muss geklärt werden, ob diese Kalkablagerungen als gut- oder bösartig einzustufen sind. Diese Untersuchungen werden von Fachärzten, den auf Brustdiagnostik spezialisierten Radiologen, durchgeführt.

Häufig ist zur vollständigen Klärung jedoch ein operativer Eingriff erforderlich, bei dem Gewebe zur weiteren Untersuchung entnommen wird (Biopsie). Als Orientierungshilfe für den operierenden Arzt werden die zweifelhaften verkalkten Geweberegionen, die sehr klein sein können, vom Radiologen in einer vorgeschalteten Röntgenuntersuchung markiert. Dafür werden Metallstifte aus Titan, sogenannte Markierungsdrähte, während einer Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung so platziert, dass der Chirurg im dichten Brustdrüsengewebe an Hand dieser Wegweiser zum auffälligen Gewebe geleitet wird und dieses gezielt entnehmen kann.

Im Anschluss an den Eingriff (postoperativ) soll derselbe Radiologe, der vor dem chirurgischen Eingriff (präoperativ) das fragliche Gewebe gekennzeichnet hat, an Hand des entnommenen Gewebes überprüfen: Wurde tatsächlich das zuvor markierte, verdächtige Gewebe vollständig entfernt?

Dieser Vorgang wird als „postoperatives Präparatröntgen“ bezeichnet und der Radiologe erfüllt damit eine wichtige Kontrollfunktion. Ohne seine erneute Überprüfung besteht das Risiko, dass das auffällige Gewebe nur unvollständig entfernt wurde. Das birgt die Gefahr, dass sowohl der Chirurg wie auch die Patientin sich in trügerischer Sicherheit wiegen.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus am Ende der stationären Behandlung für alle Patientinnen, bei denen vor der Operation (präoperativ) eine Markierung des fragwürdigen Gewebes unter Röntgensicht vorgenommen wurde, ob nach der Operation (postoperativ) das Präparatröntgen durchgeführt worden ist.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, für wie viele Patientinnen mit präoperativer Markierung durch Mammographie ein postoperatives Präparatröntgen dokumentiert ist.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator lag der Referenzbereich im Jahre 2006 bei mindestens 95%.

Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 83,92%.

Damit wurden bei 84 von 100 Brustkrebspatientinnen im Jahr 2006 in Deutschland vor der Operation im Krankenhaus markierte Bereiche nach der Operation durch eine Röntgenuntersuchung kontrolliert.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit 95% und mehr haben das Qualitätsziel erreicht. Krankenhäuser mit mehr als 83,92% liegen über dem Durchschnitt.

Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Mammachirurgie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

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