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Interpretationshilfe für Patienten(Stand: 21.06.2007)
Qualitätsziel Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden? Das invasive Wachstum ist eine typische Eigenschaft von bösartigen Tumoren. Das invasive Mammakarzinom ist ein Krebsgeschwulst im Brustgewebe, dessen Krebszellen ohne eine klare Begrenzung in das umliegende, gesunde Gewebe hineinwachsen. Das Einwandern der Tumorzellen in das angrenzende Gewebe bedeutet jedoch nicht automatisch, dass der Tumor besonders schnell wächst oder eine sich besonders schnell ausbreitende Krebserkrankung vorliegt. Invasive Tumoren werden auch infiltrative Tumoren genannt. Falls eine Gewebeuntersuchung zeigt, dass ein sogenanntes invasives Mammakarzinom vorliegt, werden bestimmte weiterführende Tests (sogenannte immunhistochemische Analysen) an den Krebszellen der vorliegenden Gewebeprobe durchgeführt. Diese Untersuchungen des Pathologen, eines auf Gewebeuntersuchungen spezialisierten Arztes, geben dann weiter Auskunft über Merkmale und Eigenschaften dieser Krebszellen. Bei Brustkrebs werden aus der Bestimmung und Analyse der sogenannten Hormonrezeptoren bedeutsame Informationen für die weitere Therapieplanung gewonnen. Hormone sind Botenstoffe des Körpers. Sie regulieren z. B. den Stoffwechsel und das Wachstum. Es gibt Körperzellen, die Verbindungs- oder Nahtstellen aufweisen, an denen Hormone „andocken“, also sich mit der Zelle verbinden können. Solche Nahtstellen werden Rezeptoren genannt. Rezeptoren sind „Empfangsstationen“ für spezielle Reize oder Stoffe (wie die Hormone), die dann in der Zelle eine ganz bestimmte Reaktion, z. B. rascheres Wachstum, hervorrufen. Im Zusammenhang mit Brustkrebs werden bei der Hormonrezeptoranalyse die Krebszellen gezielt daraufhin betrachtet, ob „Empfangsstationen“ zu finden sind, die auf weibliche Geschlechtshormone (Östrogen oder Progesteron) reagieren. Wenn diese Hormone auf Tumorzellen treffen, die mit den passenden Rezeptoren ausgestattet sind, werden die betreffenden Tumorzellen veranlasst, weiter zu wachsen. Die Hormonrezeptoranalyse gibt Auskunft darüber, wie empfänglich die Krebszellen für die Beeinflussung durch Hormone sind, also ob Hormone das Krebswachstum begünstigen. Wenn die Hormonabhängigkeit eines Brustkrebses bekannt ist, kann im weiteren Therapieverlauf entschieden werden, ob der Behandlungsplan sinnvoll durch eine Hormontherapie unterstützt werden kann. Diese Behandlung ergänzt in der Regel die Verabreichung von Zellgiften, die das Wachstum der Tumorzellen ebenfalls stoppen sollen (Chemotherapie). Die hormonelle Therapie nutzt die Hormonabhängigkeit bestimmter Tumorzellen, indem entweder die Bildung des Hormons, das den Tumor „füttert“, verhindert wird oder die Empfangsstationen – die Rezeptoren – an den Tumorzellen lahmgelegt, also blockiert werden. Die Kenntnis der Hormonempfindlichkeit der Tumorzellen liefert also wichtige Informationen für die weitere Planung der Behandlung. Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, für wie viele Patientinnen mit invasivem Mammakarzinom bei Entlassung aus dem Krankenhaus die immunhistochemische Hormonrezeptoranalyse vorgelegen hat. Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Dieser Referenzbereich beschreibt gute Qualität, die nachweislich erreichbar ist. Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Damit wurde bei 97 von 100 Brustkrebspatientinnen im Jahr 2006 in Deutschland durch das Krankenhaus die Hormonempfindlichkeit der Krebszellen bestimmt. Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind. Autoren:
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