Interpretationshilfe für Patienten
(Stand: 21.06.2007)
Qualitätsindikator |
Rascher Behandlungsbeginn mit Antibiotika |
BQS-Qualitätsindikator |
Antimikrobielle Therapie |
Versorgungsbereich:
Lungenentzündung
|
Indikatortyp:
Prozessindikator |
BQS-Leistungsbereich:
Ambulant erworbene Pneumonie
|
Art des Referenzbereichs:
Toleranzbereich
|
Informationen zum Versorgungsbereich: Link. |
Begriffserläuterungen finden Sie im Glossar. |
| | | | |
Qualitätsziel
Bei Lungenentzündungen soll möglichst häufig innerhalb der ersten 8 Stunden nach der Aufnahme ins Krankenhaus eine Behandlung mit Antibiotika begonnen werden.
Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Ambulant erworbene Lungenentzündungen müssen mit speziellen Medikamenten (Antibiotika) behandelt werden. Um die Krankheitserreger möglichst rasch abzutöten, ist es besonders wichtig, die Behandlung schnell einzuleiten.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass durch einen frühen Behandlungsbeginn, das heißt innerhalb der ersten acht Stunden nach Aufnahme ins Krankenhaus, das Risiko, an der Lungenentzündung zu versterben, deutlich gesenkt werden kann.
Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus für alle Patienten mit ambulant erworbener Lungenentzündung, ob innerhalb der ersten acht Stunden nach Aufnahme des Patienten mit einer antimikrobiellen Behandlung begonnen wurde.
Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, bei wie vielen Patient(inn)en mit ambulant erworbener Lungenentzündung innerhalb der ersten 8 Stunden nach Aufnahme ins Krankenhaus mit einer entsprechenden Antibiotika-Behandlung begonnen wurde.
Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator kann keine medizinisch-pflegerisch begründbare Grenze für eine tatsächlich erreichbare gute Qualität festgelegt werden. Als Orientierungshilfe zur Bewertung der Krankenhausergebnisse kann das durchschnittliche Ergebnis in Deutschland (Gesamtrate) herangezogen werden (siehe: Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?).
Da es für diesen Indikator keine klar belegbare Grenze für gute Qualität gibt, wird der Referenzbereich genutzt, um die auffälligsten Ergebnisse zu prüfen. Nicht jedes auffällige Ergebnis bedeutet automatisch schlechte Qualität. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen möglicherweise Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.
Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 89,29%.
Damit wurde im Jahr 2006 in den Krankenhäusern bei ca. 89 von 100 Patienten die antimikrobielle Therapie innerhalb des Zeitraumes von maximal 8 Stunden begonnen.
Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit einer Rate von mehr als 89,29% liegen über dem Durchschnitt.
Krankenhäuser mit einer Rate von weniger als 78,3% haben ein auffälliges Ergebnis.
Aus auffälligen Ergebnissen kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.
Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Pneumonie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.
Dieser Text soll Ihnen dabei helfen, die Ergebnisse der Externen Qualitätssicherung zu nutzen. Haben wir dieses Ziel erreicht? War der Text für Sie von Nutzen, verständlich, zu kurz oder zu ausführlich?
Bitte nehmen Sie sich für eine kurze Bewertung Zeit: Ihre Einschätzung und Vorschläge helfen uns, besser zu werden.
zum Bewertungsformular |