Um das Ergebnis eines Qualitätsindikators bewerten zu können, bedarf es einer „Messlatte“ für gute Qualität. Als Messlatte stehen die sogenannten Referenzbereiche und Vergleichsergebnisse zur Verfügung. Die Grafik zeigt, in welcher Form Krankenhäuser die Ergebnisse ihrer medizinisch-pflegerischen Behandlungsqualität von der BQS erhalten. Als „Messlatte“ für gute Qualität gilt die schwarze Linie in der Darstellung. Alle Krankenhäuser die oberhalb dieser Grenze liegen gelten als auffällige Krankenhäuser außerhalb des Referenzbereichs. Ob diese Auffälligkeit auf Qualitätsprobleme zurückzuführen ist, wird von Fachleuten in einem dafür entwickelten Verfahren geklärt. Mehr Informationen dazu finden Sie unter „Grenzen der Anwendung von Qualitätsindikatoren“.
Es können zwei Formen von Referenzbereichen unterschieden werden:
Zielbereich:
Für einige Qualitätsindikatoren kann aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen definiert werden, welches Ergebnis als gute Qualität anzusehen ist, ob es also im Zielbereich liegt. Für diese Indikatoren wird ein fester Wert als Referenzbereich festgelegt. Dies gilt beispielsweise für die Bestimmung der Hormonempfindlichkeit der Krebszellen bei Brustkrebs. Diese Untersuchung soll möglichst immer durchgeführt werden. Wissenschaftliche Untersuchungen und praktische Erfahrungen zeigen, dass ein Ergebnis von 95 Prozent (Anteil der behandelten Patienten, bei denen diese Bestimmung durchgeführt wurde) von allen Krankenhäusern erreicht werden kann.
Toleranzbereich:
Für einige andere Qualitätsindikatoren gibt es keine eindeutige feste Grenze. So kann man die Häufigkeit von Komplikationen, die nach Operationen auftreten können, als Indikatoren für Ergebnisqualität verwenden. Da diese Komplikationen aber auch bei bester Behandlung nicht hundertprozentig vermeidbar sind, kann man zwar das Ziel formulieren, dass diese Komplikationen möglichst selten auftreten sollen, man kann aber keine sichere Grenze festlegen, die erreichbar gute Qualität kennzeichnet.
Bei diesen Qualitätsindikatoren lässt sich folglich kein Referenzbereich angeben, der erreichbar gute Qualität beschreibt. Mit Hilfe von Vergleichsergebnissen können aber besonders auffällige Ergebnisse erkannt werden. Häufig werden in diesen Fällen Perzentil-Referenzbereiche verwendet. Ergebnisse, die innerhalb dieses Referenzbereiche leigen, können toleriert werden. Ergebnisse, die außerhalb des Toleranzbereichs liegen, müssen genauer analysiert werden.
In den Interpretationshilfen zu den BQS-Qualitätsindikatoren für Patienten wird für jeden Indikator dargestellt, um welchen Typ von Referenzbereich es sich handelt. Darüber hinaus wird erläutert, welche Vergleichsergebnisse zur Bewertung von Krankenhausergebnissen zur Verfügung stehen.