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Wo sind die Grenzen der Anwendung von Qualitätsindikatoren?

  • Auffällige Ergebnisse von Qualitätsindikatoren müssen von Fachexperten analysiert und bewertet werden
  • Da die medizinische und pflegerische Behandlung individuell für die Behandlung jedes einzelnen Menschen angepasst sein muss, kann eine einzelne Zahl – also das Ergebnis eines Qualitätsindikators – nicht automatisch als „Gerichtsurteil“ über gute oder schlechte Qualität angesehen werden. Daher ist es wichtig, dass auffällig Ergebnisse – also solche die den Referenzbereich nicht erreichen – genauer untersucht werden. Diese Untersuchung erfolgt durch neutrale Fachexperten in einem Verfahren, das „Strukturierter Dialog“ genannt wird.

    Bewertung 2
      Nicht jedes auffälligen Ergebnis
      ist ein Qualitätsproblem

    In diesem Verfahren wird geklärt, ob die auffälligen Ergebnisse dadurch zustande gekommen sind, dass Qualitätsstandards nicht eingehalten worden sind, oder ob andere Gründe vorlagen. Solche Gründe können sein, dass das Krankenhaus die Behandlungen zwar korrekt durchgeführt hat, aber die Daten für die Qualitätssicherung falsch eingegeben hat. Auch kann die Untersuchung im Strukturierten Dialog möglicherweise zeigen, dass in einem Jahr zwar eine auffällig hohe Zahl von Komplikationen aufgetreten ist, die sich bei genauer Analyse aber alle wegen besonderer Erkrankungen der behandelten Patienten als unvermeidbar erwiesen haben. Daher ist es wichtig zu wissen, dass Komplikationsstatistiken keine „Pannenstatistiken“ sind, da nicht jede Komplikation vermeidbar ist.

    Wenn im Strukturierten Dialog festgestellt wird, dass Qualitätsstandards verbessert werden können, wird dies als „qualitative Auffälligkeit“ bezeichnet und mit dem Krankenhaus werden Zielvereinbarungen getroffen, was zukünftig verändert werden muss.

  • Die Qualität eines Krankenhauses kann nicht allein mit medizinisch-pflegerischen Qualitätsindikatoren bewertet werden

  • Es ist wichtig zu wissen, dass die Qualität nicht allein mit Hilfe einzelner Qualitätsindikatoren bewertet werden kann. BQS-Qualitätsindikatoren konzentrieren sich auf die durch Fachleute beurteilbare medizinisch-pflegerische Qualität. Um die Qualität eines Krankenhauses umfassend bewerten zu können ist es wichtig, auch auf andere Bereiche zu schauen. Beispielsweise liefern Patientenumfragen wichtige Qualitätsinformationen.

    Unter dem Menüpunkt „Informationen zur Krankenhausauswahl“ finden Sie Hinweise, welche Aspekte für die Bewertung der Gesamtqualität eines Krankenhauses eine Rolle spielen.

  • Ranglisten von Krankenhausergebnissen

  • Oft wird der Wunsch geäußert, dass Ergebnisse von Krankenhäusern in einer Rangliste dargestellt werden: das beste Ergebnis zuerst, das schlechteste an letzter Stelle. Die BQS rät von der Veröffentlichung solcher Listen ab.
    Der Grund ist ganz einfach: Ergebnisse, die relativ nahe beieinander liegen, lassen keine Aussage zu, ob das eine Krankenhaus bessere Qualität liefert als das andere. So kann beispielsweise die Rate ungeplanter Folgeoperationen im einen Krankenhaus bei 4,3 und in einem anderen bei 4,1 Prozent liegen. Dieser Unterschied kann aber zufällig sein und nicht durch unterschiedliche Qualität bedingt. Daher ist es wichtig, dass alle auffälligen Ergebnisse von Fachexperten näher analysiert werden.