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Informationen zum BQS-Leistungsbereich "Ambulant erworbene Pneumonie"

(Stand: 17.08.2004)

Am 01.01.2005 wird ein neuer BQS-Leistungsbereich "Ambulant erworbene Pneumonie" für die externe Qualitätssicherung nach § 137 SGB V eingeführt.

Die BQS möchte die Anwender in den Krankenhäusern frühzeitig in die Lage versetzen, sich auf die Einführung des neuen Qualitätssicherungsverfahrens vorzubereiten. Im Folgenden werden daher Informationen zu inhaltlichen, technischen und administrativen Aspekten des Verfahrens zur Verfügung gestellt.

Verfahrensentwicklung

Die ambulant erworbenen Pneumonien als medizinisch wie gesundheitsökonomisch relevante Erkrankungen sind als erster BQS-Leistungsbereich für ein bundeseinheitliches Verfahren ausgewählt worden.

Das Bundeskuratorium Qualitätssicherung hat im Mai 2003 die BQS mit der Verfahrensentwicklung beauftragt. Die inhaltliche Entwicklung fand in der Fachgruppe Pneumonie bei der BQS statt.

Link zur Fachgruppe Pneumonie

Der Gemeinsame Bundesausschuss als Rechtsnachfolger des Bundeskuratoriums Qualitätssicherung hat in seiner Sitzung im April 2004 die Einführung einer Dokumentationsverpflichtung für den BQS-Leistungsbereich "Ambulant erworbene Pneumonie" zum 01.01.2005 beschlossen.

Für welche Leistungen besteht eine Dokumentationspflicht?

Die Definition der Leistungen, für die eine Dokumentationspflicht besteht, erfolgt anhand von Diagnosekodes (ICD-10-GM) und anhand des Alters der Patienten.

Dokumentationspflicht besteht für:

Patienten ab einem Alter von mindestens 18 vollendeten Jahren mit Lungenentzündungen, die außerhalb des Krankenhauses erworben und im Krankenhaus behandelt wurden: ambulant erworbene Pneumonien. Sowohl im Krankenhaus erworbene Lungenentzündungen (nosokomiale Pneumonien) als auch Lungenentzündungen bei immunsupprimierten Patienten gehören nicht zum BQS-Leistungsbereich.

Mit der QS-Filter-Software, die in den Krankenhäusern bereits für andere BQS-Leistungsbereiche der externen Qualitätssicherung genutzt wird, kann im Krankenhaus festgestellt werden, ob eine Dokumentationspflicht für den jeweiligen Fall besteht. Der QS-Filter identifiziert die dokumentationspflichtigen Leistungen, indem er für jeden Fall die im Krankenhaus dokumentierten Daten – im Wesentlichen Prozeduren und Diagnosen – mit den Ein- und Ausschlusskriterien für die BQS-Leistungsbereiche in der Qualitätssicherung vergleicht.

Für den BQS-Leistungsbereich "Ambulant erworbene Pneumonie" gelten folgende Ein- und Ausschlusskriterien:

  • 1. Einschlussdiagnose in der Hauptdiagnose

    Die Hauptdiagnose ist gemäß der Deutschen Kodierrichtlinien definiert als: "Die Diagnose, die nach Analyse als diejenige festgestellt wurde, die hauptsächlich für die Veranlassung des stationären Krankenhausaufenthaltes des Patienten verantwortlich ist". Durch die Beschränkung der Einschlussdiagnose auf die Hauptdiagnose soll erreicht werden, dass nur ambulant erworbene Pneumonien erfasst werden. Der gezielte Ausschluss nosokomialer Pneumonien durch Ausschlussdiagnosen kann nicht erfolgen, da es keine spezifischen Diagnosekodes für nosokomiale Pneumonien gibt.

    Die Liste aller Einschlussdiagnosen ist in der QS-Filter-Anwenderinformation dargestellt:    

    Link zur QS-Filter-AnwenderinformationPDF

  • 2. Keine Ausschlussdiagnose

    Ist eine Ausschlussdiagnose dokumentiert, so wird die Dokumentationspflicht nicht ausgelöst, auch wenn der Patient wegen einer ambulant erworbenen Pneumonie behandelt wird. Dadurch sollen immunsupprimierte Patienten ausgeschlossen werden, um ein homogenes Patientenkollektiv betrachten zu können.

    Die Liste aller Ausschlussdiagnosen ist in der QS-Filter-Anwenderinformation dargestellt:

    Link zur QS-Filter-AnwenderinformationPDF

  • 3. Alter größer oder gleich 18 vollendete Jahre Dokumentationspflicht besteht nur bei Patienten mit vollendeten 18 Lebensjahren.

Qualitätsindikatoren, Auswertungskonzept und BQS-Datensatz

In einem strukturierten Prozess wurden in der Fachgruppe Pneumonie bei der BQS Merkmale indentifiziert, die für eine Qualitätsdarstellung eingesetzt werden können. Es wurde eine Literatur- und Leitlinienrecherche durchgeführt, um die Evidenzbasis dieser Merkmale zu überprüfen. Zehn Qualitätsindikatoren wurden festgelegt, die sowohl Aspekte der Prozessqualität wie auch der Ergebnisqualität sichtbar machen können. Die Evidenzquellen, die für die Entwicklung der Qualitätsindikatoren berücksichtigt wurden, sind in folgender Tabelle  zusammengefasst:

Link zu den EvidenzquellenPDF

Bei der Entwicklung des Qualitätssicherungsverfahrens wurden Erfahrungen aus dem QMK-Projekt ("Qualitätsmodell Krankenhaus", Informationen unter: www.qmk-online.de/abschlussbericht/abschlussbericht.html)genutzt.

Das Auswertungskonzept für die Qualitätsindikatoren ist unter folgendem Link dargestellt:

Link zum Auswertungskonzept für die QualitätsindikatorenPDF

Für die Risikoadjustierung der Krankenhaus-Letalität wird mit dem CRB-65 ein validierter Score eingesetzt. Der Datensatz umfasst 35 Datenfelder. Bei unkompliziertem Verlauf müssen davon allerdings nur 18 Datenfelder ausgefüllt werden:

Link zu dem DatensatzPDF

Epidemiologische Daten

In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 440.000 Personen an einer ambulant erworbenen Pneumonie. Etwa 280.000 Patienten (65%) werden außerhalb des Krankenhauses ambulant behandelt. Etwa 160.000 Patienten (35%) werden im Krankenhaus stationär behandelt.

Quellen:

  • Gesundheitsbericht für Deutschland 1998. Kapitel 5.19 Pneumonie. Anzahl der aus dem Krankenhaus entlassenen vollstationär behandelten Patienten einschliesslich Sterbe-, ohne Stundenfaelle (Jahre, Region, ICD9) 1999 mit der Diagnose Pneumonie: 255.461 Fälle mit Pneumonie (Lungenentzündung) und Grippe (ICD-9: 480-487) im Jahr 1999.  http://www.gbe-bund.de/ (Stichwortsuche: Pneumonie; Tabelle: Krankenhäuser, Krankenhaus-Fälle 1994-1999, 1)
  • Rüden H, Gastmeier P, Daschner FD, Schumacher M. Nosocomial and community-acquired infections in Germany. Summary of the results of the First National Prevalence Study (NIDEP). Infection. 1997;25:199-202. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/
  • Rüden H, Daschner F, Schumacher M. Nosokomiale Infektionen in Deutschland: Erfassung und Praevention; (NIDEP-Studie); Teil 1: Praevalenz nosokomialer Infektionen; Qualitätssicherung in der Krankenhaushygiene. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft; 1995.

Datenerfassung und Datenübermittlung

Die Datenerfassung und -übermittlung erfolgt ausschliesslich elektronisch.

Die Software, mit der die Daten zur externen Qualitätssicherung erfasst werden, muss die Anforderungen erfüllen, die in der BQS-Spezifikation definiert sind:

Link zur Spezifikation 2005

Die BQS-Spezifikation enthält den BQS-Datensatz, die Plausibilitätsregeln und das Exportformat.

Eine jeweils aktuelle Liste der Anbieter finden Sie hier:

Link zu Softwareanbieter

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Verfahren, insbesondere Informationen zur Dateneinsendung, erhalten Sie über die Landesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (LQS) Ihres Bundeslandes:
Link zu den Adressen der Landesgeschäftsstellen