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Praktische Anwendung des QUALIFY-Instruments - Auswahl von Qualitätsindikatoren für den Qualitätsbericht der KrankenhäuserAuftrag und Zielsetzung Durchführung der Analyse und Ergebnisse1. Anpassung des QUALIFY-Instruments für den AnalyseauftragNicht alle 20 Kriterien des QUALIFY-Instruments waren für den Auftrag, Indikatoren für die öffentliche Berichterstattung zu identifizieren, anwendbar und relevant. Daher wurde das QUALIFY-Instrument für den Auftrag angepasst. Es wurden 14 Kriterien identifiziert, die für die spezielle Fragestellung eine besondere Bedeutung hatten und für die eine geeignete Informationsgrundlage für die Bewertung zur Verfügung gestellt werden kann (Tabelle 1). In Tabelle 2 wird dargestellt, welche Gütekriterien aus welchen Gründen für die Bewertung nicht eingesetzt wurden. 2. Annahme der Eignung eines Indikators Ein Qualitätsindikator wurde als geeignet für die öffentliche Berichterstattung angesehen, wenn bei allen 14 bewerteten Kriterien eine Eignung festgestellt wurde. Für das Kriterium Indikatorevidenz wurde die Eignung bei einer Einstufung „mittel“, „hoch“ oder „sehr hoch“ angenommen. Für die anderen 13 Kriterien wurde die Eignung bei einem Bewertungsergebnis von „trifft zu“ oder „trifft eher zu“ angenommen. 3. Vorbereitung der Bewertung Allen Mitgliedern der BQS-Fachgruppen wurde das QUALIFY-Instrument vor den Fachgruppensitzungen zur Verfügung gestellt. In den Sitzungen wurde die Anwendung des QUALIFY-Instruments und des Bewertungsverfahrens nochmals erläutert und diskutiert. Die Bewertung der einzelnen Kriterien wurde vorbereitet, indem bewertungsrelevante Informationen vor den Sitzungen verschickt wurden und in den Sitzungen durch spezielle Moderationsvorlagen ergänzt und erläutert wurden. 4. Priorisierung von Qualitätsindikatoren für die Bewertung Eine vollständige Prüfung aller 184 verfügbaren BQS-Indikatoren anhand des QUALIFY-Instruments war im verfügbaren Zeitrahmen nicht möglich. Daher musste eine Priorisierung erfolgen. Die BQS-Fachgruppen haben zunächst die relevantesten Leistungsbereiche identifiziert, d.h. diejenigen mit den höchsten Fallzahlen. 12 von 24 Leistungsbereichen wurden auf diese Weise für die Analyse priorisiert (Tabelle 3). Im nächsten Schritt wurden Indikatoren identifiziert, bei denen in der Vergangenheit bereits methodische Einschränkungen bei einzelnen Gütekriterien erkannt worden sind (beispielsweise Ergebnisindikatoren mit eingeschränkter Risikoadjustierung). Auch Sentinel-Event-Indikatoren wurden aus der Bewertung ausgeschlossen, da aufgrund der Seltenheit der beobachteten Ereignisse eine eingeschränkte Diskriminationsfähigkeit dieser Indikatoren bekannt war. Durch dieses Vorgehen wurden 55 Qualitätsindikatoren priorisiert, für die eine formale Bewertung mit Hilfe des QUALIFY-Instruments begonnen wurde. 5. Durchführung der Bewertung Für diese 55 Indikatoren erfolgte die formale Bewertung mit Hilfe des QUALIFY-Instruments durch die BQS und die BQS-Fachgruppen. Anhand dieser Bewertung wurden 31 Qualitätsindikatoren aus 11 BQS-Leistungsbereichen identifiziert, die für eine öffentliche Berichterstattung methodisch uneingeschränkt empfohlen wurden: Download. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat sich in seiner Beschlussfassung zur verpflichtenden Veröffentlichung von Ergebnissen im Qualitätsbericht der Krankenhäuser gestützt. Für 27 dieser als uneingeschränkt geeignet bewerteten Indikatoren besteht die Verpflichtung zur Veröffentlichung im Qualitätsbericht. Die Ergebnisse der Bewertung dieser Indikatoren mit Hilfe des QUALIFY-Instruments ist für alle 14 angewendeten Gütekriterien auf der Website www.bqs-qualitätsindikatoren.de veröffentlicht. Erfahrungen in der praktischen Anwendung des QUALIFY-InstrumentsPraxistauglichkeit des QUALIFY-Instruments Weiterentwicklung des QUALIFY-InstrumentsDie praktischen Erfahrungen haben gezeigt, dass zukünftig bei einzelnen Gütekriterien verfeinerte Moderationswerkzeuge eingesetzt werden können, um komplexe Sachverhalte anschaulicher zu machen und damit eine zügigere Bewertung zu ermöglichen. Beispielsweise wurde beim Gütekriterium „Statistische Unterscheidungsfähigkeit“ die Visualisierung der dreischrittigen Methodik nach den ersten Erfahrungen verbessert. Es bestehen unvermeidbare Redundanzen zwischen einzelnen Gütekriterien. In einzelnen Fällen sollte daher überprüft werden, ob die Gütekriterien nicht klarer gegeneinander abgegrenzt werden können. Beispielsweise erfasst das Kriterium „Bedeutung“ auch Nutzenaspekte, so dass das Kriterium „Nutzen“ eindeutiger auf die praktische Nutzung des Indikators fokussiert werden könnte. Für das Gütekriterium „Reliabilität“ hat sich gezeigt, dass eine verbesserte Informationsgrundlage angestrebt werden sollte. Bei der Neuentwicklung von Indikatoren sollte zukünftig in einem Pilottest anhand gezielter Testverfahren (Test-Retest, Inter-Rater-Reliabilität) eine verbesserte Informationsbasis für die Bewertung des Kriteriums geschaffen werden. Die wissenschaftliche Publikation des QUALIFY-Instruments und seiner Pilotanwendung wird eine Diskussion ermöglichten, auf deren Basis eine methodische Weiterentwicklung des Instruments erfolgen kann. |