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Erhebungsaufwand

Für die Kriterien Datenverfügbarkeit und Erhebungsaufwand ist es sinnvoll, eine gemeinsame Informationsgrundlage zu erstellen und dann für die Bewertung beider Aspekte zu verwenden.

Sollten Informationen nicht über administrative oder klinische Routinedaten verfügbar sein, muss für Qualitätssicherung zunächst auf aufwändiger, da zusätzlich zu erhebende Daten zurückgegriffen werden. Es sollte aber geprüft werden, ob eine Anpassung von Routinedaten z. B. Ergänzung oder Differenzierung eines Diagnose- oder Prozeduren-Codes (ICD-10 oder OPS) der weniger aufwändige Weg ist. Diese Änderung müsste dann – z. B. für Deutschland beim Deutschen Institut für Dokumentation und Information (DIMDI) – beantragt werden. Die Erhebung und Erfassung sollte sowohl möglichst gut in die bestehenden Prozesse und Dokumentationssysteme verankert werden können.

Dieses Gütekriterium wird in der Literatur häufig zitiert. Unter dem Gebot limitierter personeller und zeitlicher Ressourcen muss der Erhebungsaufwand minimiert werden.

Die Anwendung dieses Gütekriteriums ist insbesondere bei einer prospektiven Evaluation (Weiter- oder Neuentwicklung) von Qualitätsindikatoren sinnvoll, da eine Optimierung des Erhebungsaufwandes grundsätzlich nur auf die Zukunft gerichtet sein kann.


Definition

Es steht keine Datenerhebungsmethode zur Verfügung, die mit geringerem Aufwand mindestens gleichwertige Ergebnisse liefert.

Kernaussage
Folgende Aussage wird bewertet: "Es steht keine Datenerhebungsmethode zur Verfügung, die mit geringerem Aufwand mindestens gleichwertige Ergebnisse liefert.“

Informationsgrundlage für die Bewertung
Zur Bewertung der Kernaussage werden alle für die Berechnung des Qualitätsindikators genutzten Daten gelistet. Eine Unterscheidung in administrative Routinedaten, die ohne Zusatzaufwand verfügbar sind, klinische Routinedaten, die nur im Falle softwaregestützter medizinischer Dokumentationssysteme ohne Zusatzaufwand verfügbar sind, und Daten, welche speziell für die Qualitätssicherung erhoben und erfasst werden müssen und immer mit Zusatzaufwand verbunden sind ist sinnvoll (Tabelle).

Art der Daten Verfügbarkeit, Erhebungs- und Erfassungsaufwand
Administrative Routinedaten Daten sind bereits elektronisch erfasst und in Datenbanken verfügbar
Klinische Routinedaten
Daten sind auf Papier verfügbar müssen aber, wenn nicht bereits in Datenbanken verfügbar, noch elektronisch erfasst werden
Zusätzlich zu erhebende Daten Daten müssen zusätzlich erhoben und elektronisch erfasst werden

Tabelle: Verfügbarkeit, Erhebungs- und Erfassungsaufwand unterschieden nach Art der Daten


Bewertungsprozess
Nachdem alle Bewerter die Informationsgrundlagen zur Kenntnis genommen und verstanden haben, bewerten sie die Kernaussage. Für klinische Routinedaten und besonders für Daten speziell für die Qualitätssicherung muss geprüft werden, ob sie auf einem weniger aufwändigen Weg verfügbar sind.

Eine detaillierte Prozessbeschreibung finden Sie hier.

Bewertungsstufen
Trifft zu
Trifft nicht zu
Enthaltung