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Implementationsbarrieren berücksichtigt

Dieses Gütekriterium erfasst mögliche Barrieren, die einen sachgerechten Einsatz  des Indikators gefährden können. Solche Barrieren könnten beispielsweise Mehrkosten im Versorgungssystem bei indikatorgerechter Versorgung oder widersprüchliche Empfehlungen zwischen konkurrierenden Leitlinien sein.

Es ist zu berücksichtigen, dass auch mangelnde Verständlichkeit des Indikators oder ein unangemessener Erhebungsaufwand Implementationsbarrieren darstellen können. Diese Faktoren werden als eigenständige Gütekriterien bewertet.

Die Bewertung dieses Gütekriteriums liefert für laufende Verfahren Informationen dazu, ob eine Weiterentwicklung zu einem Verfahren mit verringerten oder ausgeräumten Implementationsbarrieren möglich ist (prospektive Bewertung). Für die Bewertung der Eignung eines aktuell eingesetzten Indikators für die öffentliche Berichterstattung (retrospektive Bewertung) ist dieses Kriterium nicht relevant.

Vorhandene Implementationsbarrieren bedeuten jedoch nicht automatisch eine methodische Schwäche des Qualitätsindikators. Im Gegenteil dazu können beispielsweise Mehrkosten bei indikatorgerechter Versorgung eine explizite Begründung für die Relevanz eines Indikators sein (s. Bedeutung des mit dem Qualitätsindikator erfassten Qualitätsmerkmals für die Patienten und das Versorgungssystem). In diesem Zusammenhang ist sicher auch von Bedeutung, ob die Versorgungsbewertung durch Qualitätsindikatoren freiwillig erfolgt oder ob die Teilnahme verpflichtend ist.

Erfahrungen im Umgang mit diesem Kriterium fehlen. Dieses Kriterium ist gängige Praxis bei der Entwicklung von Leitlinien, wo es gilt Barrieren zu überwinden für eine erfolgreiche Implementierung. Dieses Kriterium wird in einschlägigen Informationsquellen zu Qualitätsindikatoren nicht erwähnt. Zukünftige Erfahrungen müssen zeigen, ob dieses Gütekriterium sich bewährt oder ob es möglicherweise auf der Ebene der Evaluation von Indikatorensets effektiver eingesetzt werden kann.

Definition
Bei der Entwicklung / Weiterentwicklung des Indikators sind mögliche Barrieren der Anwendung analysiert und ggf. berücksichtigt worden.

Kernaussage
Folgende Aussage wird bewertet: „Es sind keine Implementationsbarrieren bekannt oder sie sind durch geeignete Maßnahmen berücksichtigt.“

Informationsgrundlage für die Bewertung
Zur Bewertung der Kernaussage wird auf der Basis der empirischen Erfahrungen nach Indikator-spezifischen Barrieren gesucht, die einer erfolgreichen Implementierung eines Qualitätsindikators im Wege stehen könnten. Im Einzelfall können weiterführende Recherchen z. B. über den DRG-Grouper sinnvoll sein.

Bewertungsprozess
Nachdem alle Bewerter die Informationsgrundlagen zur Kenntnis genommen und verstanden haben, bewerten sie die Kernaussage.

Eine detaillierte Prozessbeschreibung finden Sie hier.

Bewertungsstufen
1 = trifft nicht zu
2 = trifft eher nicht zu
3 = trifft eher zu
4 = trifft zu
Enthaltung