|
|
11.12.2002 BQS-News20. Münchener Konferenz für Qualitätssicherung Geburtshilfe, Neonatologie und operative Gynäkologie Am 28. und 29. November 2002 fand die 20. Münchener Konferenz für Qualitätssicherung Geburtshilfe, Neonatologie und operative Gynäkologie statt. Die Teilnehmer trafen sich in den Räumlichkeiten der Bayerischen Landesärztekammer, um auf Einladung der BQS aktuelle Themen und Entwicklungen der externen Qualitätssicherung zu diskutieren und zu gestalten.Die Veranstaltung stand ganz im Zeichen der Themenschwerpunkte Integration und Strukturentwicklung. Integration war das Leitmotiv der Sitzungsblöcke "Zusammenarbeit zwischen Bund und Land", "Qualitätsziele Geburtshilfe und Neonatologie" und "Integration der EDV-Dokumentation". Strukturentwicklung stand im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion "Vorstellung über zukünftige Strukturen und Kooperationsmodelle für Frauen- und Kinderkliniken" ebenso wie im Themenblock "Ergebnisse im Dialog". Im ersten Sitzungsblock "Zusammenarbeit zwischen Bund und Land" wurde die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit auf fachlicher wie auf politischer Ebene herausgestellt. Am Beispiel der Erfahrungen aus der Bundesauswertung in der Geburtshilfe 2001 wurde deutlich, daß uneinheitliche Anwendung von Plausibiltätsregeln die Aussagekraft einer solchen Auswertung erheblich einschränken und einen Vergleich von Ergebnissen aus verschiedenen Bundesländern nur begrenzt möglich ist. Hier muß im Gespräch mit allen Beteiligten die Umsetzung auf verbindlicher Standards erarbeitet werden. Inhaltliche und technische Aspekte einer Zusammenführung von Daten aus der Neonatalerhebung und der Qualitätsssicherung Geburtshilfe in einer gemeinsamen Auswertung wurden im Themenblock "Qualitätsziele Geburtshilfe und Neonatologie" dargestellt. Aus medizinischer Sicht kann durch eine solche Vorgehensweise die Ergebnisqualität sowohl der neonatologischen wie auch der geburtshilflichen Versorgung differenzierter dargestellt werden. Unter der Überschrift "Ergebnisse im Dialog" wurde eine Übersicht über die Praxis des Umgangs mit auffälligen Ergebnissen der externen Qualitätssicherung in den Bundesländern auf der Basis einer telefonischen Umfrage gegeben. Aus Westfalen und Hessen wurden konkrete Beispielen zum Vorgehen dargestellt. Aus dem Zentrum für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen" (ZQ) in Niedersachsen wurde ein Beratungsmodell vorgestellt, das die Kliniken unterstützt die Ergebnisse der externen Qualitätssicherung für das interne Qualitätsmanagement nutzbar zu machen. Möglichkeiten zur Reduzierung des Dokumentationsaufwandes standen im Mittelpunkt der Sitzung "Integration der EDV". Anhand einer Umfrage in 283 Kliniken wurde die derzeitige Situation der EDV-Voraussetzungen in geburtshilflichen Abteilungen dargestellt. Am zweiten Konferenztag wurden Untersuchungen vorgestellt, die sich mit einem möglichen Einfluß von Strukturparametern auf die Ergebnisqualität der geburtshilflichen und neonatologischen Versorgung befaßt haben. Mit Daten aus der externen Qualitätssicherung in Hessen konnte ein Zusammenhang der neonatalen Mortalität mit der Fallzahl der in den Abteilungen behandelten Kindern gezeigt werden. Eine vorläufige Analyse bayerischer Daten konnte einen solchen Zusammenhang weder bestätigen noch widerlegen. Neonatologen, Geburtshelfer, Vertreter der Kostenträger, der Krankenhausgesellschaft und der externen Qualitätssicherung stellten in einer Podiumsdiskussion wesentliche Eckpunkte zukünftiger Strukturmerkmale und Kooperationsmodelle für die perinatalmedizinische Versorgung heraus. Transparenz ist erforderlich, um den Patienten die Auswahl einer geeigneten Klinik zu ermöglichen. Dazu müssen dem Patienten auch Ausstattungsmerkmale für die Notfallversorgung sichtbar gemacht werden. Entscheidendes Kriterium ist hier, daß rund um die Uhr die Präsenz von Fachärzten, Hebammen und Pflegepersonal gewährleistet sein muß. Die externe Qualitätssicherung kann dazu beitragen, diese Entwicklung zu befördern. Ebenfalls ist noch nicht flächendeckend realisiert, daß die Behandlung frühgeborener Kinder nur in geeigneten Zentren stattfindet. Hier muß weiter auf die frühzeitige Verlegung von Risikoschwangerschaften in solche Zentren hingewirkt werden. Vielerorts haben sich erfolgreiche Kooperationsmodelle von geburtshilflichen und neonatologischen Abteilungen entwickelt. Die Erfahrungen aus diesen Modellen sollen bundesweit nutzbar gemacht werden. Im Schlußwort der Veranstaltung hob Herr Prof. Rauskolb hervor, daß die Konferenz zum gegenseitigen Verständnis beigetragen hat und Lösungsvorschläge für aktuelle Probleme angeboten hat. Am 13. und 14. November 2003 wird die 21. Münchener Konferenz stattfinden. Vorträge
Kontakt: Felix Höfele, Tel.: 02 11 / 28 07 29 -0, felix.hoefele@bqs-online.de |