10.09.2002 BQS-News
BQS und TÜV Product Service geben Startschuß für die Stufe 1 der Software-Zertifizierung
Ob Krankenhaus-Anwendungssoftware den Anforderungen der
externen vergleichenden Qualitätssicherung entspricht, wird die
BQS-Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung gGmbH (BQS) ab dem ersten
Oktober 2002 in Kooperation mit dem TÜV Product Service überprüfen. BQS
und TÜV Product Service haben sich nun auf den Start der
„Qualitätsinitiative Krankenhaus-Anwendungssoftware", Stufe 1 geeinigt.
Sie verabschieden damit ein transparentes Verfahren zur
Software-Zertifizierung. „Wenn Krankenhäuser tausende Euro in
Computerprogramme zur Qualitätssicherung investieren, müssen sie sicher
sein, daß die Software die Qualitätssicherung reibungslos unterstützt",
betont Burkhard Fischer, Leiter der Abteilung Medizinische Informatik
und Biometrie. Die Qualitätsinitiative Krankenhaus-Anwendungssoftware
bietet den Krankenhäusern eine solide Grundlage für ihre
Kaufentscheidung. Nur Firmen mit erfolgreich getesteten Produkten
erhalten ein Zertifikat der Stufe 1. Das gemeinsame Prüfsiegel von BQS
und TÜV gibt Ihnen Sicherheit.
Die
Qualitätsinitiative ist ein relativ junges Kind der BQS. Erst Anfang
2002 erblickte es das Licht der Welt - gemeinsam entwickelt von
kompetenten Partnern: BQS, TÜV Product Service GmbH, quant Service für
das Gesundheitswesen GmbH und einer Projektgruppe aus Softwareanbietern
sowie Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung (LQS). Unsere
Initiative trägt dem Charakter der Softwarebranche Rechnung: „Kaum
jemand hat den Überblick, welche Software welche Leistung bringt", sagt
Fischer. Junge Unternehmer konkurrieren mit etablierten Softwarehäusern
und mit Krankenhäusern, die Software in eigenen Abteilungen selbst
programmieren. Die „Qualitätsinitiative Krankenhaus-Anwendungssoftware"
schafft Transparenz.
Um einen differenzierten
Überblick über die angebotene Software zu erhalten, wurde Anfang 2002
dem eigentlichen Zertifizierungsprozeß eine Grundstufe vorgeschaltet.
Softwareanbieter stellen ihr Produkt vor und geben einen ersten
Überblick über den Herstellungsprozeß. Die Informationen zum Produkt
stellt die BQS auch auf ihrer Homepage zur Verfügung.
Die
Stufe 1 setzt sich ehrgeizige Ziele. Sie wird im 3. Quartal 2002
publiziert und im 4. Quartal prüfen und zertifizieren wir die ersten
Softwareanbieter. Mit Testdaten wird der Alltagsbetrieb simuliert. So
kommt die BQS den Fehlern auf die Spur.
In
Stichproben wird zum einen das Produkt geprüft, zum anderen wird das
System betrachtet, in dem ein Hersteller seine Software erstellt und
pflegt. Zur Prüfung gehört auch ein Auditplan, in dem der
Leistungsumfang der Software berücksichtigt wird. Dabei wird auch
berücksichtigt, ob ein Hersteller bereits über ein dokumentiertes und
zertifiziertes Qualitätsmanagement-System verfügt und mit welchen
Mitteln er die BQS-Spezifikation verarbeitet. „Wir wollen mit diesem
Prüfablauf so stark wie möglich auf die Bedingungen der Hersteller
eingehen, gleichzeitig müssen wir aber zu jeder Zeit die hohe
Sicherheit des Prüfergebnisses gewährleisten. Das ist eine sehr
anspruchsvolle Aufgabe" betont Dr. Constanze Woldenga, Projektleiterin
für das Zertifizierungsverfahren bei der BQS.
Nach
Abschluß wird der Prüfbericht dem Zertifizierungsausschuß vorgelegt. In
ihm sind Vertreter von BQS und TÜV Product Service vertreten. Nur wenn
die Anforderungen der externen vergleichenden Qualitätssicherung
authentisch umgesetzt sind, vergibt der Ausschuß auf Grund des
erfolgreichen Prüfberichts das Zertifikat. „Nur Produkte, die
entsprechend zertifiziert sind, bekommen ein Siegel", so Dr. Hermann
Buitkamp, Geschäftsleitung, TÜV Product Service. Hersteller, deren
Produkte die hohen Anforderungen nicht erfüllen, gehen leer aus. Sie
erhalten den technischen Bericht und die Möglichkeit, nach einem
angemessenen Zeitraum ihr Produkt erneut prüfen zu lassen. „Erst wenn
diese Hürde überwunden ist, erhalten auch sie das Zertifikat",
erläutert Fischer.
Die BQS-Qualitätsinitiative ist
als Zusammenarbeit auf Dauer angelegt. „Zertifikate vergeben wir immer
nur mit Bezug auf den aktuellen Stand der Anforderungen an die
Qualitätssicherung", sagt Fischer. Die Prüfungen müssen regelmäßig
wiederholt werden. Kein Zertifikat ist unbegrenzt gültig. Der Aufwand
reduziert sich allerdings. Schließlich ist die Software nicht völlig
neu und die BQS weiß dann schließlich schon, daß der zugrundeliegende
Herstellungsprozeß des Anbieters funktioniert. TÜV Product Service ist
anerkannter Profi auf dem Gebiet der Produktprüfung und
-zertifizierung. Über 100.000 Zertifikate weltweit zeichnen das hohe
Maß von Kompetenz und Erfahrung aus.
„Partnerschaft
zum Nutzen der Qualität in Medizin und Pflege ist unser Ziel",
unterstreicht der Abteilungsleiter. Die Krankenhäuser erhalten eine
Übersicht über geeignete Software und damit wichtige Informationen für
ihre Auswahlentscheidung. Die BQS weiß, wie ihre Anforderungen
umgesetzt werden. Die Softwarehersteller sehen, daß sich ihr Einsatz
lohnt. Das Zertifikat ist eine Anerkennung ihrer Leistungsfähigkeit.
Nach den Worten Fischers führt die Qualitätsinitiative zu einem
zentralen Ziel: „Die Partner der Qualitätssicherung treten in einen
intensiven Dialog, durch den alle lernen und profitieren."