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12.12.2003 BQS-News

BQS-Ergebniskonferenz: Daten, Analysen und Bewertungen zur Qualität in den deutschen Krankenhäusern im BQS-Qualitätsreport veröffentlicht

Die BQS Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung gGmbH hat bei der 2. BQS-Ergebniskonferenz die Ergebnisse der externen Qualitätssicherung für das Verfahrensjahr 2002 präsentiert. „Wir stellen ein Verfahren zur Qualitätssicherung im Gesundheitswesen vor, das weltweit einzigartig ist“, sagte Dr. Volker D. Mohr, Geschäftsführer der BQS in Düsseldorf. Nirgendwo sonst werde in dieser Form die Qualität aller Krankenhäuser einer Nation nach medizinischen und pflegerischen Kriterien gemessen, analysiert und bewertet. Deutschland sei im Bereich der externen Qualitätssicherung in den Krankenhäusern führend.

Daten, Analysen und Bewertungen zu ausgewählten Qualitätszielen publiziere die BQS nun zum zweiten Mal im BQS-Qualitätsreport. Zum ersten Mal seien in diesem Jahr auch die kompletten Daten der Bundesauswertung der Öffentlichkeit zugänglich. Sie stünden im Internet auf der Ergebnishomepage der BQS unter www.bqs-outcome.de. „Dies ist ein großer Schritt zu mehr Transparenz im Gesundheitswesen“, unterstrich Mohr. Er ermunterte die Öffentlichkeit, nun mit diesen Daten intensiv zu arbeiten.

„Die BQS wird künftig immer mehr in die Rolle eines Frühwarnsystems hineinwachsen“ stellte Jörg Robbers, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, fest. Sie werde zum Korrektiv, wenn Sparmaßnahmen im Krankenhaus auf Kosten von Qualität erfolgen. Als ein Beispiel nannte er die Vermutung, große Krankenhäuser böten wegen höherer Fallzahlen auch bessere Ergebnisqualität. Um zu testen, inwieweit die Fallzahlen mit guter Ergebnisqualität korrelieren, habe die BQS in neun Leistungsbereichen verschieden Fallzahlgruppen untersucht. Das Ergebnis: „Es gibt keinen klaren Hinweis darauf, dass Krankenhäuser mit hohen Fallzahlen in bestimmten Leistungsbereichen immer besonders gute Qualität abliefern“, sagte er.

Die Informationen der externen Qualitätsdarstellung bieten der Selbstverwaltung Informationen auf breitem Fundament. „Bislang waren die Entscheider in Politik, Selbstverwaltung und Krankenhäusern auf Daten angewiesen, die nur oberflächliche Urteile zur Qualität der Versorgung zulassen“, unterstrich Theo Riegel, Abteilungsleiter Stationäre Einrichtungen beim Verband der Angestellten-Krankenkassen. Die im BQS-Qualitätsreport 2002 vorgestellten Informationen basierten dagegen auf den Angaben aller deutschen Krankenhäuser. Er hob besonders den Detailreichtum dieser Quelle hervor. Die Ergebnisse würden in Zukunft die Versorgung in Medizin und Pflege deutlich verbessern.

Als Beispielt nannte er den Leistungsbereich „Kniegelenk-Totalendoprothese“. Die Auswertung ergebe eine mittlere Rate von ausreichender Kniebeweglichkeit von 91,7 Prozent. Dies sei ein sehr gutes Ergebnis. Die Distanz zwischen den besten und schlechtesten Werten einzelner Krankenhäuser sei jedoch sehr hoch.

Die Ergebnisse der externen Qualitätssicherung weisen darauf hin, dass möglicherweise jungen Frauen zu häufig die Gebärmutter entfernt wird, ohne dass medizinisch dafür ein zwingender Grund vorliegt. „Hier ist grundsätzlich jeder einzelne Fall ein Fall zuviel“, betonte Dr. Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin. Für das Qualitätsziel „Möglichst wenige Hysterektomien bei Patientinnen mit benigner Erkrankung, die unter 35 Jahren sind“ habe die externe Qualitätssicherung 2.322 Eingriffe registriert. Es gebe zwar Indikationen, die eine solche Operation erforderten, diese seien jedoch sehr selten. 500 Krankenhäuser haben hier ein Ergebnis berichtet, das den Referenzwert der Fachgruppe Gynäkologie überschreitet. „Um endgültige Schlüsse abzuleiten, muss nun in den Bundesländern die regionale Analyse mit den Krankenhäusern vertieft werden“, sagte er.

Das auffälligste Ergebnis der externen Qualitätssicherung für den Leistungsbereich Pflege im Verfahrensjahr 2002 ist die große Spannweite der Ergebnisse. So hätten einige Krankenhäuser angegeben, dass sie niemals eine systematische Pflegeanamnese erheben. Andere machten dies immer. „Nur wenn Pflegende sich systematisch klar machen, wo Schwächen und Stärken ihrer Patienten liegen, kann Pflege gut sein“, unterstrich Gudrun Gille, Präsidiumsmitglied des Deutschen Pflegerates. Die Fachgruppe Pflege fordere deshalb für alle Patienten die Durchführung einer Pflegeanamnese. Die Gesamtrate für die Pflegeanamnese sei zwar mit 92,25 Prozent gut. „In einer ganzen Reihe von Krankenhäusern besteht jedoch dringender Handlungsbedarf“, stellte sie fest.

Insgesamt gute Ergebnisse in den  deutschen Krankenhäusern sieht Dr. Jochen Bredehöft, Leiter der Geschäftsstelle Qualitätssicherung Nordrhein-Westfalen, Regionalvertretung Westfalen-Lippe. Qualitätsdefizite seien jedoch bei der Versorgung von Frauen mit Brustkrebs sichtbar. Eine Hormonrezeptoranalyse gelte in diesem Bereich heute als Standard. „Die Krankheit verläuft bei Patientinnen mit positiven Rezeptoren anders als bei Frauen ohne Rezeptoren“, erläuterte er. Um sie individuell richtig zu behandeln, sei der Rezeptorstatus wichtig. „Die Auswertung unserer Ergebnisse zeigt, dass bei dieser Analyse ein Viertel der 392 Krankenhäuser unter dem Referenzwert von 95 Prozent liegt“, kritisiert Bredehöft. Die Fachgruppe Mammachirurgie empfehle bei solchen Häusern eine Prozessanalyse im Rahmen des „Strukturierten Dialoges“.

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Presseunterlagen zur BQS-Ergebniskonferenz 2003ZIP

Link zu www.bqs-outcome.de


Kontakt: Felix Höfele, Tel.: 0211/280729 - 0, felix.hoefele@bqs-online.de