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20.12.2004 Aktuell

22. Münchener Konferenz für Qualitätssicherung 2004 - Zusammenfassung und Vorträge

Am 11. und 12. November 2004 fand die 22. Münchener Konferenz für Qualitätssicherung Geburtshilfe - Neonatologie - operative Gynäkologie statt. Die Teilnehmer trafen sich in den Räumlichkeiten der Bayerischen Landesärztekammer, um auf Einladung der BQS aktuelle Themen und Entwicklungen der externen Qualitätssicherung zu diskutieren.

Die Veranstaltung stand im Zeichen der Themenschwerpunkte „Praktische Konsequenzen der externen Qualitätssicherung“, „Mindestanforderungen der stationären Versorgung“, „Nutzung der Daten der externen Qualitätssicherung zu epidemiologischen Zwecken“, „Datenqualität der Dokumentation im Krankenhaus“ und „Sektorübergreifende Qualitätssicherung“.

Erster Sitzungsblock: "Praktische Konsequenzen der externen vergleichenden Qualitätssicherung"

Im Sinne einer flächendeckenden und zeitnahen Versorgung der Patienten sollte das Ziel der externen Qualitätssicherung eher das Angleichen der medizinischen Versorgungsprozesse in allen Krankenhäusern auf hohem Niveau, denn das Identifizieren einzelner Krankenhäuser mit auffälliger Versorgungsqualität sein. Dazu trägt der Strukturierte Dialog in den Ländern, basierend auf ca. 16.000 einzelnen Krankenhaus-Auswertungen, wesentlich bei.

 Zweiter Sitzungsblock: "Mindestanforderungen der stationären Versorgung"

Anhand der Mortalitätsrate Frühgeborener in Niedersachsen wurde gezeigt, dass hohe Fallzahlen nicht automatisch gute Ergebnisqualität bedeuten. Empfehlungen für geburtshilfliche Abteilungen zur personellen Besetzung, apparativen Ausstattung u. a. m. wurden vorgestellt. Ob diese flächendeckend finanzierbar sind, wurde allerdings bezweifelt. Mindestanforderungen sind ebenfalls für zertifizierte Brustzentren in Nordrhein-Westfalen definiert. Ziel dieser Schwerpunktbildung ist eine kooperative und integrierte Versorgung mit nachgewiesener Qualität in ca. 50 vom Land NRW anerkannten Zentren für alle Frauen mit Brustkrebs.

 Dritter Sitzungsblock "Epidemiologie und externe vergleichende Qualitätssicherung"

Daten der externen Qualitätssicherung können sinnvoll auch für epidemiologische Auswertungen genutzt werden. Eine Datenzusammenführung in der Geburtshilfe und Neonatologie kann wichtige Erkenntnise auch für die Versorgungsforschung liefern.

Für das Land Nordrhein-Westfalen geplant ist eine Geburtskohorte als Basis für evidenzbasierte gesundheitspolitische Entscheidungen.

Vierter Sitzungsblock "Datenqualität der Dokumentation im Krankenhaus"

Die Umsetzung der BQS-Spezifikation in die Software und der Datentransfer zwecks Auswertung bedürfen einer weiteren Verbesserung. Ein Verfahren zur Validierung der im Krankenhaus erhobenen Daten wird in Kürze starten. Einzelne Elemente der externen Qualitätssicherung werden in den ab dem Jahr 2005 zu publizierenden Qualitätsbericht der Krankenhäuser einfließen. Aus internationalen Erfahrungen ist nicht zu erwarten, dass dieser Bericht für Patienten bei der Krankenhausauswahl eine zentrale Rolle spielen wird.

 Fünfter Sitzungsblock "Aktuelles zur externen Qualitätssicherung"

Es wird der Gemeinsame Bundesausschuss als zentrales Beschlussgremium im Gesundheitswesen seit Beginn des Jahres 2004 vorgestellt. Ein Bericht aus der Fachgruppe Mammachirugie bei der BQS benennt kritische Punkte in der Bewertung der Versorgung von Patientinnen mit Mammakarzinom. Auch der Stand der Entwicklung des neuen integrativen Verfahrens Perinatalmedizin wird erläutert. Diskutiert wurde, ob die perinatale Sterblichkeitsrate die Versorgungsqualität einzelner Krankenhäuser abbilden kann.

Sechster Sitzungsblock "Aspekte der Versorgungsqualität"

Die Aufarbeitung hessischer Daten zeigt, dass sich die Rate an Gestationsdiabetes seit 2000 mehr als verdoppelt hat. Das Outcome der dadurch gefährdeten Kinder scheint sich in den letzten Jahren verbessert zu haben. Zu fordern bleiben eine weitere Verbesserung der Erkenunngsrate durch ein systematisches Screening einerseits und der erfolgreichen Behandlung dieser Stoffwechselstörung andererseits.

Ein weiterer Vortrag stellte Unterschiede in der Morbidität und Mortalität bei Neugeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1500g zwischen den Bundesländern dar.

Podiumsdiskussion zum Thema "Sektorübergreifende Qualitätssicherung"

Gesetzliche Forderungen der sektorübergreifenden Versorgung und ihrer Qualitätssicherung sind vorhanden. Nur die zusammenhängende Darstellung und Bewertung der Behandlungsabläufe erlaubt eine patientenzentrierte Sichtweise dieser Prozesse. Besonders problematisch bei den derzeit mehrheitlich sektoral definierten Versorgungsstrukturen sind unterschiedliche Zielvereinbarungen für Patienten mit vergleichbaren Erkrankungen, eine fehlende Verlaufsbeobachtung nach Entlassung aus dem Krankenhaus bei gleichzeitig kürzer werdenden Verweildauern und nicht zuletzt ein hoher Dokumentationsaufwand durch die Leistungserbringer. Auch die Lebensqualität als eine wichtige Patientenperspektive findet bislang kaum Berücksichtigung.

Die Ärzteschaft sollte bei der Umsetzung einer sektorübergreifenden und fachübergreifenden Betrachtung zentral eingebunden sein. Die Mitwirkung von Politikern und staatlichen Institutionen kann dabei notwendige Impulse setzen und derzeit vorhandene Barrieren überwinden helfen.

Schlusswort

Die Konferenz hat wie in den vergangenen Jahren zum Dialog und gegenseitigen Verständnis beigetragen. Aktuelle Probleme wurden identifiziert und Lösungsvorschläge konnten erabeitet werden. Die 23. Münchener Konferenz für Qualitätssicherung wird am 24. und 25. November 2005 stattfinden.