Rationale
Die Wahrnehmung elektrischer Eigenaktivität des
Herzens und die Abgabe elektrischer Stimulationsimpulse an das Herz
stellen die grundlegenden Aufgaben des Herzschrittmachers dar.
Wichtiges Kriterium für die Wahrnehmung des intrakardialen Signals ist
die Signalamplitude. Ist die Signalamplitude zu niedrig, können
Störsignale, z. B. von der Skelettmuskulatur, fälschlicherweise als
Eigenaktivität des Herzens gedeutet werden und zu einer unerwünschte
Ausschaltung des Stimulationsimpulses führen. Anzustreben ist daher
eine hohe Wahrnehmungsschwelle, die eine hohe Signalamplitude
voraussetzt.
Messungen während der Operation werden mit so genannten
Reizschwellenmessgeräten durchgeführt, an welche die implantierten
Elektroden mit sterilen Kabeln angeschlossen werden. Es ist zu
beachten, dass Ergebnisse verschiedener Messgeräte u. U. nicht ohne
weiteres vergleichbar sind (Fischer und Ritter).
Fischer und Ritter (1997) unterscheiden zwischen optimalen und
akzeptablen Werten (nach mehreren Platzierungsversuchen). Optimal in
diesem Sinne ist für die P-Welle im Vorhof >= 3 mV, akzeptabel >=
2 mV. Optimal für die R-Amplitude im Ventrikel ist demzufolge >= 10
mV, akzeptabel >= 6 mV (Spitze-Spitze = Peak to Peak).
Die Fachgruppe Herzschrittmacher hat in Anlehnung an die gültigen
Empfehlungen (Markewitz 1994) anzustrebende Grenzbereiche der
intrakardialen Signalamplituden von >= 1,5 mV bei Vorhofelektroden
und >= 4 mV bei Ventrikelsonden festgelegt. Ziel ist es, möglichst
oft diese Grenzwerte zu überschreiten