Rationale
Die verfügbaren Röntgenkontrastmittel unterscheiden
sich stark in Bezug auf die hämodynamischen und elektrophysiologischen
Effekte. Die niedrig-osmolaren Substanzen werden unterschieden in
nichtionische und ionische Kontrastmittel, welche die Blutkoagulation
wahrscheinlich geringer hemmen als konventionelle ionische
Kontrastmittel (Erbel et al. 1997).
Die Gabe von Röntgenkontrastmittel kann zu einer akuten
Funktionsverschlechterung der Niere führen. Bei Überschreitung
bestimmter Serumkreatinin-Grenzwerte spricht man von akuten
Nierenversagen (ANV), ohne dass allerdings unbedingt eine klinische
Symptomatik auftreten oder eine Hämodialysetherapie erfolgen muss.
Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz oder Nierenvorerkrankungen erhöhen
das Risiko zum Auftreten eines akuten Nierenversagens (Mixon &
Dehmer 2003).
Die Empfehlungen der Fachgesellschaft für Kardiologie, Herz- und
Kreislaufforschung sehen bei elektiven Interventionen und mittlerem
Risiko eine Hydratationstherapie vor in Verbindung mit einer Reduktion
des Kontrastmittels und der Vermeidung nephrotoxischer Faktoren. Bei
hohem Risiko wird zusätzlich die Gabe von Acetylcystein (ACC),
niedermolekularem Kontrastmittel und ggf die Hämodialyse empfohlen. Das
Überschreiten einer oberen Menge von Kontrastmittel (max. 5 ml/kg
Körpergewicht) bei einem langwierigen Eingriff kann Anlass zu einem
mehrzeitigen Eingriff sein (Rutsch et al. 2002)
In einer Untersuchung von Müller et al. (2002) betrug bei
routinemässiger isotonischer Hydratation die ANV-Rate 0,7%, bei
halbisotonsicher Hydratation 2%.
Der QuIK-Report des BNK teilt mit, dass 2002 in den dokumentierenden
Herzkathterlabors durchschnittlich 99,8ml (+- 44,5 ml) bei
diagnostischen Herzkathetern verabreicht wurde, 1999 waren es noch
111,2ml (+- 48,1ml) gewesen.
Kontrastmittel können auch zu anaphylaktischen Reaktionen führen. Der
QuIK-Report des BNK teilt mit, dass 2002 in 13 von 68.832 Fällen
(0,02%) eine schwere Kontrastmittelreaktion festgetellt wurde.
Patienten mit bekannter Kontrastmittelallergie sollten nicht-ionische
Kontrastmittel erhalten und mit Steroiden und ggf. Antihistaminika
prämediziert werden. (Bashore et al. 2001).
Risikopatienten (mit Herzinsuffizienz oder Herzrhythmusstörungen)
sollten ebenso wie Patienten mit Schilddrüsen-Funktionsstörungen eine
möglichst geringe Kontrastmitteldosierung erhalten.