Rationale
Lange Operationszeiten sind mit einem erhöhten Risiko für den
Patienten vergesellschaftet. Zahlen aus der Entwicklung des
Nosokomialen Surveillancce Systems der USA haben ergeben, dass -
unabhängig von der Art der Operation - verlängerte Operationszeiten
(> 75%- Perzentile der ermittelten Operationszeiten für einen
Eingriff) zu höheren Infektionsraten führen (Culver et al. 1991). Die
typische Infektion nach Herzschrittmachereingriffen ist der
Taschenabszess.
Bei Herzschrittmachereingriffen ist die Eingriffsdauer von der Art
der implantierten Systeme abhängig. So nimmt die Platzierung der Sonden
bei Zweikammersystemen in der Regel mehr Zeit in Anspruch als bei
Einkammersystemen. Einen besonders komplexen und damit lang andauernden
Eingriff kann die Implantation eines biventrikulären
Schrittmachersystems darstellen.
Wiegand et al. (1.214 Patienten mit AV-Block) berichten von einer
Operationsdauer bei DDD-Eingriffen von 58 +/- 23 min und bei VDD und
VVI von 39 +/- 10 min Eingriffsdauer (Wiegand et al. 2003).
Aus dem dänischen Herzschrittmacherregister (Møller und Arnsbo 2003)
werden aus dem Jahre 2002 folgende Eingriffszeiten gemeldet: im Mittel
AAI: 50,7 min, VVI 44,6 min, VDD 52,6 min, DDD 62,8 min.
Eine angemessene Operationsdauer kann für den Einzelfall nicht
zwingend vorgeschrieben werden. Es muss berücksichtigt werden, dass das
primäre Ziel optimal platzierte Sonden sind. Im Einzelfall muss daher
bei Suche nach einer optimalen Sondenposition auch eine längere
Eingriffszeit hingenommen werden. Allerdings können - bezogen auf
definierte Schrittmachersysteme - deutlich längere Operationszeiten
einer Institution im Vergleich zu Operationszeiten anderer
Einrichtungen einen Hinweis auf ein Qualitätsproblem geben.