Rationale
Nach Präparation der Vena cephalica oder Punktion der Vena subclavia
in Seldinger-Technik wird die Sonde bzw. die Sonden auf einem Mandrin
in den rechten Ventrikel und/oder den rechten Vorhof vorschoben. Je
nach anatomischen Gegebenheiten und nach Art der Sonde (z.B. Schraub-
oder Ankersonde) werden optimale Plazierungspunkte gesucht (z. B.
Vorhof: im rechten Herzohr, Ventrikel in der rechten Herzspitze). Die
Kontrolle der Lage und ggf. weiterer Manipulationen erfolgt durch
Röntgendurchleuchtung. Probleme bei der Platzierung, aber auch
schlechte Reizschwellenwerte mit Suche einer besseren Platzierung
verlängern die Durchleuchtungsdauer. Für biventrikuläre
Schrittmachersysteme werden deutlich längere Durchleuchtungsdauern
benötigt.
Während das Flächendosisprodukt vor allem Auskunft über die
Strahlenbelastung des Patienten gibt, lässt die Durchleuchtungsdauer
auf den Operationsverlauf und damit auch auf die Erfahrung des
Operateurs Rückschlüsse zu.
Wiegand et al. berichten von Durchleuchtungsdauern bei
DDD-Eingriffen von 4,1 +/- 2,4 min und bei VDD und VVI von 3,5 +/- 2,3
min (Wiegand et al. 2003, 1.214 Patienten mit AV-Block).
Aus dem dänischen Herzschrittmacherregister (Møller und Arnsbo 2003)
werden von 2002 folgende Durchleuchtungszeiten im Mittel gemeldet: AAI:
5,3 min, VVI 5,6 min, VDD 4,9 min, DDD 8,9 min.
Das britische National Radiology Protection Board (Hart et al. 2000)
hat von 1996 bis 2000 in 16 OP-Sälen (12 Krankenhäuser) bei 425
Herzschrittmachereingriffen folgende Durchleuchtungsdauerwerte per Saal
registriert: Minimum 48 sec (0,8 min), Maximum 819 sec (13,7 min),
Durchschnitt 422 sec (7,0 min). Daraus wird die Empfehlung abgeleitet
(national reference dose für abgeschlossene Untersuchungen bei
erwachsenen Patienten): 10,7 min.