Leistungsbereich
Knie-Totalendoprothesen-Erstimplantation
Einleitung
Das Kniegelenk ist ein Drehwinkelgelenk mit den zwei Hauptachsen
Beugung/Streckung und (bei in Beugung erschlafften Bändern)
Außenrotation/Innenrotation. Es besteht aus 3 Gelenkabschnitten: dem
medialen und dem lateralen Kompartiment zwischen Ober- und
Unterschenkelknochen sowie dem patello-femoralen Kompartiment. Das
Kniegelenk erhält Stabilität durch Interaktion von Bändern, Muskeln und
Gelenkoberflächengeometrie sowie durch bei Gewichtsbelastung
tibio-femoral auftretende Kräfte. Die vereinfachend als
„Scharnierbewegung“ imponierende Streckung und Beugung im Kniegelenk
ist eine Kombination aus Abroll- und Gleitbewegung, geführt und
limitiert hauptsächlich durch Kollateral- und Kreuzbänder (Callaghan et
al. 1995).
Störungen dieses komplexen Zusammenspiels können zu
verschleißbedingten Veränderungen in den sogenannten
Hauptfehlbelastungszonen führen. Dieser Verschleiß (Gonarthrose) kann
uni-, bi- oder trikompartimental ausgebildet sein. Hieraus leitet sich
der uni-, bi- bzw. trikompartimentale prothetische Kniegelenkersatz ab.
Die Gonarthrose des Kniegelenks betrifft insbesondere ältere Frauen.
Die Erkrankung ist schmerzhaft, entwickelt sich progredient und führt
mit zunehmender Ausprägung zu erheblichen Einschränkungen der
Beweglichkeit und der Leistungsfähigkeit im alltäglichen Leben.
Ziel des endoprothetischen Gelenkersatzes ist die Wiederherstellung
der physiologischen Beinachse, einer stabilen Bandführung und einer
schmerzfreien Gelenkbeweglichkeit. Die Gehfähigkeit des Patienten
sollte möglichst uneingeschränkt sein bei langer Lebensdauer
(Standzeit) der Prothese. Galten die Verfahren zum alloplastischen
Kniegelenkersatz noch in den 1980er Jahren als unausgereift, so haben
sich Implantate, Operationsverfahren und Erfahrung der Operateure
soweit verbessert, dass die Kniegelenk-Totalendoprothesen inzwischen
Standzeiten von über zehn Jahren erreichen.
Deshalb besteht bei Patienten eine hohe „Nachfrage“ nach künstlichem
Kniegelenkersatz, was sich z. B. im Zuwachs der Implantationszahlen von
1999 auf 2000 mit bis zu 20% (Healy et al. 2002, Robertson et al. 2001)
äußert.