Rationale
Der alloarthroplastische Kniegelenkersatz stellt einen elektiven
Eingriff dar, der auf eine Verbesserung der Lebensqualität von
Patienten mit degenerativen Erkrankungen des Hüftgelenks abzielt. Bei
diesem Eingriff ist eine besonders niedrige perioperative Letalität zu
fordern.
Simultaneingriffe an beiden Kniegelenken scheinen höhere
Komplikationsraten aufzuweisen als Eingriffe an einem Knie (March et
al. 2004, Mangaleshkar et al. 2001). Nach der Metaanalyse von Callahan
wurden in den USA bis 1995 in 16% der Fälle Simultaneingriffe
durchgeführt (Callahan et al. 1995). Della Valle et al. berichten von
einer Rate 6,2% in den USA (Della Valle et al. 2003). In Deutschland
dürfte die Rate, nicht zuletzt unter Einfluss der DRG-Vergütung,
deutlich niedriger liegen.
Eine Metaanalyse von 130 Studien ermittelte eine 1-Jahres-Letalität nach Kniegelenkersatz von 1,5% (Callahan et al. 1994).
Eine 2003 publizierte Studie berichtete eine „In-House-Letalitätsrate“
von 0,2% bezogen auf alle US-amerikanischen Knie-TEP-Patienten des
Jahres 1997 (Hervey et al. 2003).
Eine retrospektive Studie beschreibt eine Abnahme der 30-Tage-Letalität
nach Hüft- und Kniegelenkendoprothetik von 0,36% (80er Jahre) auf 0,10%
(90er Jahre). Man führt dies u. a. auf verbesserte anästhesiologische
Technik und verbessertes Monitoring, weniger auf eine veränderte
Indikationsstellung zurück (Sharrock et al. 1995). Eine 30-Tage-
Letalitätsrate von ebenfalls 0,46% berichten Weaver et al (Weaver et
al. 2003) bei 11.710 Patienten aus den Jahren 1991 bis 1997.
Eine englische Studie berichtet, dass die Letalitätsrate (bis zum 3.
postoperativen Monat) nach elektivem Kniegelenkersatz (n = 936) mit
0,64% niedriger liegt, als die Standard-Letalitätsrate (0,74%) für eine
Population gleichen Alters aus gleicher Region (Khan et al. 2002). Die
gleiche Aussage machen Callahan et al. (Callahan et al. 1994).
Um eine bessere Vergleichbarkeit auf Krankenhausebene zu ermöglichen,
ist eine Stratifizierung des Indikators nach Komorbiditäten sinnvoll
(AHRQ 2003). Diese wird für den vorliegenden Indikator nach den ASA-Kriterien vorgenommen.