Leistungsbereich
Mammachirurgie
Einleitung
Die gesellschaftliche Dimension der Erkrankung Brustkrebs wird aus
folgenden Angaben deutlich: Die geschätzte jährliche Anzahl der neu
erkrankten Frauen in Deutschland liegt bei 47.500, davon etwa 19.300 im
Alter unter 60 Jahren. Damit stellt Brustkrebs die häufigste
Krebserkrankung bei Frauen dar. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei
ca. 63 Jahren, knapp vier Jahre unter dem mittleren Erkrankungsalter
bei Krebs gesamt (Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsbezogener
Krebsregister in Deutschland 2004). Im Jahr 2003 starben ca. 17.000
Frauen an Brustkrebs (Statistisches Bundesamt).
Die Prognose der Betroffenen bezüglich Rezidivrate und Überleben
wird maßgeblich beeinflusst durch das Stadium bei Diagnosestellung.
Ziel einer qualitativ hochwertigen Früherkennung ist also, Brustkrebs
in einem frühen Stadium zu erkennen, um mit weniger belastenden
Maßnahmen eine Behandlung durchzuführen und gleichzeitig die
Überlebenschancen so hoch wie möglich zu gestalten. Dabei gilt es aber
auch, gesunde Frauen als solche zu erkennen und dadurch vor unnötigen
und belastenden diagnostischen Maßnahmen, unter anderem durch offene
Biopsien, zu schützen. Bei Diagnostik einer Krebserkrankung wird die
individuelle Prognose weiterhin durch eine sachgerechte Behandlung wie
z. B. einer kompletten Tumorentfernung beeinflusst.
Evidenzbasierte Standards für die gesamte Versorgungskette bei
Brustkrebs sind in nationalen (Kreienberg et al. 2004; Schulz &
Albert 2003), sowie zahlreichen internationalen Leitlinien
festgeschrieben. Ein anerkanntes Instrument zur Implementierung von
Leitlinien sind Qualitätsindikatoren (Albert et al. 2004; Kopp 2004;
Kreienberg et al. 2004, S. 92 ff.; Ollenschläger & Kirchner 2004;
Schulz & Albert 2003, S. 149 ff.). Von den 11 durch die BQS
implementierten Indikatoren der Mammachirurgie basieren 9 direkt auf
den beiden nationalen Leitlinien. Autoren beider Leitlinien sind in der
Fachgruppe Mammachirurgie bei der BQS vertreten, so dass ein Dialog
zwischen den Arbeitsgruppen für Leitlinien und der Fachgruppe für die
externe Qualitätssicherung unmittelbar und kontinuierlich stattfindet.
Die Daten der externen Qualitätssicherung können so ihrerseits einen
Beitrag zur Weiterentwicklung der Leitlinien leisten.