Leistungsbereich
Prostataresektion
Einleitung
Die Benigne Prostatahyperplasie (BPH) kann als Volkskrankheit
bezeichnet werden, da sie sich bei mehr als 50% aller Männer über 60
Jahren feststellen lässt. Aber nur bei 15 bis 30% von diesen liegt ein
Symptomenkomplex aus Pollakisurie (häufigem Harndrang), Dysurie
(Schmerzen beim Wasserlassen), imperativem Harndrang oder Nachträufeln
vor, der LUTS (Lower urinary tract syndrome) genannt wird (Thorpe &
Neal 2003). Streng genommen handelt es sich bei der
„Prostatahyperplasie“ um eine histologische Diagnose, die in der Praxis
zur Bezeichnung eines ganzen Krankheitsbildes verwendet wird. Die
Prostatavergrößerung korreliert aber weder mit der Obstruktion, also
der Harnabflussstörung, noch mit dem LUTS. Die deutschen Leitlinien
sprechen daher von einem „Benignen Prostatasyndrom (BPS)“ (Palmtag et
al. 2003).
Vorrangiges Ziel jeder Therapie ist die Verbesserung der Symptomatik
und damit der Lebensqualität des Patienten. Je nach Ausprägung der
Erkrankung und Leidensdruck des Patienten stehen dem Arzt
unterschiedliche Therapieoptionen zur Verfügung. Neben dem
kontrollierten Zuwarten und der medikamentösen Therapie sind
verschiedene chirurgische Verfahren etabliert, von denen die
transurethrale Resektion der Prostata (TUR oder TURP) als
Standardverfahren gilt. Heutzutage seltener, vor allem bei besonders
großem Prostatavolumen, kommt die offene Adenomektomie zum Einsatz
(Berges et al. 2003). Nach Schätzungen der amerikanischen
Fachgesellschaft AUA ist die Sterblichkeit an der BPH von 7,47 pro
100.000 Patienten (1990 bis 1994) auf 0,26 pro 100.000 Patienten (1995
bis 1999) gesunken (AUA 2003b).
Die ökonomische Relevanz dieser Erkrankung und ihrer Therapie ist
erheblich. Bereits 1990 wurden allein in den USA bei 259 Millionen
Einwohnern ca. 2,3 Milliarden US-Dollar für die BPH-Therapie
aufgewendet (Holtgrewe 1995).