Rationale
Herzchirurgische Operationen werden überwiegend unter Verwendung der Herz-Lungen-Maschine durchgeführt.
Während der extrakorporalen Zirkulation kommt es zu einer Maldistribution
des renalen Blutflusses und einer Erhöhung des renalen vaskulären
Widerstands. Renaler Blutfluss und glomeruläre Filtrationsrate nehmen
ab. Diese Veränderungen können zu einer postoperativen Nierenfunktionsstörung
führen.
Insbesondere sind Patienten in höherem Lebensalter (> 70 Jahre), Patienten
mit präoperativer Herzinsuffizienz, insulinpflichtigem Diabetes mellitus
und präexistierender Nierenerkrankung gefährdet.
Die Letalität ist bei Patienten mit postoperativer Nierenfunktionsstörung
deutlich erhöht. Sie beträgt 19% gegenüber 0,9% bei Patienten
ohne renale Komplikationen und steigt bis auf 63%, wenn eine Dialysebehandlung
erforderlich wird (Mangano et al. 1998).
In die Bewertung der Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator gingen ausschließlich
Patienten mit elektiver oder dringlicher Operationsindikation ein, die präoperativ
unauffällige Retentionsparameter (Kreatinin <= 1,4 mg/dl oder <=
124 µmol/l) aufwiesen.