Evaluation von Qualitätsindikatoren anhand methodischer Gütekriterien
Gütekriterium: Indikatorevidenz
- Informationsgrundlage für die Bewertung:
Leitlinien:
Gregoratos G, Abrams J, Epstein AE, Freedman RA, Hayes DL, Hlatky MA,
Kerber RE, Naccarelli GV, Schoenfeld MH, Silka MJ, Winters SL, Gibbons
RI, Antman EM, Alpert JS, Hiratzka LF, Faxon DP, Jacobs AK, Fuster V, Smith
SC, Jr.. ACC/AHA/NASPE 2002 guideline update for implantation of cardiac
pacemakers and antiarrhythmia devices: summary article. A report of the
American College of Cardiology/American Heart Association Task Force on
Practice Guidelines (ACC/AHA/NASPE Committee to Update the 1998 Pacemaker
Guidelines). J Cardiovasc Electrophysiol 2002; 13 (11): 1183-1199.
Lemke B, Nowak B, Pfeiffer D. Leitlinien zur Herzschrittmachertherapie.
Z Kardiol 2005; 94: 704-720.
- Kernaussage des Gütekriteriums:
Es besteht wissenschaftliche Evidenz, dass bei Erfüllen
der gemessenen Indikationskriterien ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis
auftritt (Zusammenhang zwischen Indikationsstellung und Outcome).
- Bewertungsstufen:
Die Bewertung der Indikatorevidenz erfolgt in zwei Schritten:
Schritt 1:
Der Kernaussage wird eine Evidenzstärke gemäß ÄZQ (AWMF & ÄZQ, 2001) zugeteilt. Informationsgrundlage ist die bewertete Literatur.
Schritt 2:
Die Evidenzstärke wird nach einheitlichem Schema in einen Grad der Indikatorevidenz mit folgenden Bewertungsstufen überführt:
- Sehr hohe Indikatorevidenz
- Hohe Indikatorevidenz
- Mittlere Indikatorevidenz
- Niedrige Indikatorevidenz
- Bewertung durch die BQS/Bestätigung durch BQS-Fachgruppe:
Schritt 1: Evidenzstärke aus vorliegenden Leitlinien /
Publikationen: III
Schritt 2: Hohe Indikatorevidenz
Die Einstufung der Indikatorevidenz gründet sich auf die „Leitlinien
zur Herzschrittmachertherapie“ (Lemke et al. 2005). Diese geben Empfehlungen
zur Indikation zur Herzschrittmachertherapie differenziert nach Herzrhythmusstörung.
Die Evidenzstärke der Empfehlungen ist je nach Herzrhythmusstörung II
oder III. Da es sich um einen Summenindikator aus allen Herzrhythmusstörungen
handelt, wird die niedrigere Evidenzstärke III angenommen.
Da Studien nach Evidenzstärke I bzw. II für die Fragestellung
der Indikationsstellung nicht möglich bzw. nicht geeignet sind, hat
die BQS-Fachgruppe Herzschrittmacher die Einstufung der Indikatorevidenz
im Konsensverfahren vorgenommen. Dabei wurde ein Konsens der Konsensstärke
1 erreicht. Somit wird abschließend eine hohe Indikatorevidenz für
die leitlinienkonforme Indikationsstellung angenommen.
- Ergebnis der Bewertung:
Das Erfüllen der gemessenen Indikationskriterien führt zu einem positiven Nutzen-Risiko-Verhältnis: Hohe Indikatorevidenz
Leistungsbereich: Herzschrittmacher-Implantation
Qualitätsindikator: Leitlinienkonforme Indikationsstellung bei bradykarden Herzrhythmusstörungen
(BQS-KeZ 9962)