Rationale
Selten führen schwere Komplikationen, wie z. B. die Herzbeuteltamponade oder intraoperatives
Kammerflimmern zum Tode des Schrittmacherpatienten.
Für die dänischen Zentren berichtet der Registerbericht 2005, dass
in den Jahren 1997 bis 2004 kein „procedure related death“ auftrat (Møller & Arnsbo.
2005).
Eine Auswertung der UK-PACE-Studie (Toff et al. 2005), in der die Langzeitverläufe
von 2.021 Patienten ab 70 Jahren mit AV-Block beobachtet wurden, zeigten keine
signifikanten Unterschiede der jährlichen Mortalität bei Einkammersystemen
(3,9%) oder Zweikammersystemen (4,5%).
Eine Auswertung der kanadischen Langzeitstudie CTOP (Kerr et al. 2004) gab
keine signifikanten Sterblichkeitsunterschiede zwischen ventrikulären
Schrittmachern und physiologischen Schrittmachern.
In einer Langzeitbeobachtungsstudie (30 Jahre Follow-Up) von 6.505 Patienten
lag die Überlebensrate im Median bei 8,5 Jahren (Brunner et al. 2004).
Als patientenabhängige Einflussfaktoren auf die Letalität wurden
identfiziert: Alter, männliches Geschlecht, Dekade der Implantation, Art
der Herzrhythmusstörung (Vorhofflimmern mit kürzester Überlebensrate),
erste Symptome (z.B. Adam-Stokes-Anfall als prognostisch schlechtes Zeichen)
und Schrittmachersystemart (VVI schlechter als DDD oder AAI).
In die Qualitätskennzahl gehen alle Patienten ein, die während eines
Krankenhausaufenthaltes einen Schrittmacher erhielten und verstorben sind.
Ein kausaler Zusammenhang zwischen der Schrittmacheroperation und dem Tode
des Patienten kann daher nicht ohne weiteres hergestellt werden.
Die Fachgruppe hat daher 2005 einen neuen Sentinel Event-Indikator geschaffen,
um in jedem Einzelfall eine Analyse der Todesursache zu veranlassen.