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Rationale

Die hypertrophisch obstruktive Kardiomyopathie (HOCM) ist eine genetisch bedingte Herzmuskelerkrankung. Durch Herzmuskelhypertrophie v. a. im Bereich des Kammerseptums kommt es zur Einengung des linksventrikulären Ausflusstraktes und damit zu einer Behinderung der Pumparbeit des Herzens. Die linke Herzkammer kann nur mit erhöhtem Druck das Blut durch Aortenklappe in die Aorta befördern. Patienten mit HOCM können asymptomatisch sein oder Symptome der Herzinsuffizienz, wie z.B. Luftnot oder Synkopen, aufweisen.

Therapieoptionen für Patienten mit HOCM sind die medikamentöse Therapie mit Beta-Blockern oder Verapamil, die operative Reduktion der Kammerwanddicke (Myektomie), die transkoronare Ablation der Kammerwand mittels Katheter (TANS) oder die Herzschrittmachertherapie (Strunk-Müller et al. 2004).

Die HOCM ist häufig mit einer Erregungsleitungsstörung vergesellschaftet, welche die Herzinsuffizienz in einem Circulus vitiosus verschlechtern kann. Das Therapiekonzept der Herzschrittmacherstimulation versucht, diese Leitungsstörungen zu korrigieren und so die Hämodynamik zu verbessern. Im Gegensatz zur rechtsventrikulären Stimulation bei antibradykarden Schrittmachern, wird bei den biventrikulären Schrittmachern der linke Ventrikel mit einer eigenen im Koronarvenensinus gelegenen Sonde stimuliert. Die Ventrikelsystole wird so synchronisiert und die kardiale Pumpleistung verbessert. Die Verbesserung der kardiolpulmonalen Belastbarkeit durch diese so genannte kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) konnte in zahlreichen Studien nachgewiesen werden (Cazeau et al. 2001, Abraham et al. 2002, Breithardt & Stellbrink 2004, Cleland et al. 2006).

Die aktuelle deutsche Leitlinie (Lemke et al. 2005) sieht die Indikation zur CRT bei symptomatischer Herzinsuffizienz dann gegeben (Empfehlungsgrade I bis IIa), wenn die Ejektionsfrakrion <= 35% liegt und die medikamentöse Therapie nicht ausreicht. Zusätzlich sollte eine Erregungsüberleitungsstörung in Form einer QRS-Verbreiterung oder eine Schrittmacherabhängigkeit aus anderen Gründen vorliegen.

Patienten mit Herzinsuffizienz und intraventrikulären Leitungsstörungen sind häufig hochgradig vom plötzlichen Herztod bedroht sind, so dass zusätzlich die Indikation zum implantierbaren Kardioverter-Defibrillator (ICD) besteht. In der Praxis hat sich in diesen Fällen die Kombination von ICD mit CRT-Schrittmachern bewährt (Young et al. 2003, Abraham et al. 2004, Stellbrink 2005). Da Defibrillatoren gegenwärtig noch nicht in der stationären Qualitätssicherung eingeschlossen sind, sind die Implantationen dieser Kombinationsgeräte (CRT-ICD) nicht dokumentationspflichtig. Somit ist der Rest der durch den QS-Filter-Auslöser erfassten alleinigen CRT-Systeme als Grundgesamtheit nicht repräsentativ. Die BQS-Fachgruppe Herzschrittmacher hat daher die Referenzbereiche für die Qualitätsindikatoren zur CRT vorerst ausgesetzt.