Rationale
Lange Operationszeiten sind mit einem erhöhten Risiko für den Patienten
vergesellschaftet. Zahlen aus der Entwicklung des Surveillance Systems der
USA für Nosokomiale Infektionen haben ergeben, dass - unabhängig
von der Art der Operation - verlängerte Operationszeiten (> 75%- Perzentile
der ermittelten Operationszeiten für einen Eingriff) zu höheren Infektionsraten
führen (Culver et al. 1991). Die typische Infektion nach Herzschrittmachereingriffen
ist der Taschenabszess.
Bei Herzschrittmachereingriffen ist die Eingriffsdauer von der Art der implantierten
Systeme abhängig. So nimmt die Platzierung der Sonden bei Zweikammersystemen
in der Regel mehr Zeit in Anspruch als bei Einkammersystemen. Einen besonders
komplexen und damit lang andauernden Eingriff kann die Implantation eines biventrikulären
Schrittmachersystems darstellen.
Wiegend et al. errechnen (Wiegenad et al. 2001), dass kürzere VDD-Eingriffe
(hier 4,3 min) kosteneffektiver sind als längere DDD-Eingriffe (74,4 min).
Aus dem dänischen Herzschrittmacheregister (Møller & Arnsbo
2005) werden aus dem Jahre 2004 folgende Eingriffszeiten gemeldet: im Mittel
AAI: 42,7 min, VVI 42,3 min, VDD 45,6 min, DDD 58,8 min.
Eberhardt et al. (2005) fanden folgende Einflussfaktoren auf Operationszeit
und Durchleuchtungszeit
patientenabhängig
- rechtsventrikulärer Infarkt
- rechtsventrikuläre Dilatation
operateurabhängig
- Subclaviapunktion
- Erfahrung
systemabhängige Faktoren
DDD-Systeme vs. VVI/VDD-Systeme
Eine angemessene Operationsdauer kann für den Einzelfall nicht zwingend
vorgeschrieben werden. Es muss berücksichtigt werden, dass das primäre
Ziel optimal platzierte Sonden sind. Im Einzelfall muss daher bei Suche nach
einer optimalen Sondenposition auch eine längere Eingriffszeit hingenommen
werden. Allerdings können - bezogen auf definierte Schrittmachersysteme
- deutlich längere Operationszeiten einer Institution im Vergleich zu
Operationszeiten anderer Einrichtungen einen Hinweis auf ein Qualitätsproblem
geben.
Da nur bei den häufig verwendeten DDD- und VVI-Systemen ausreichend viele
Krankenhäuser mindestens 20 Fälle in der Grundgesamtheit aufweisen,
wird nur für diese beiden Systeme ein Benchmark durchgeführt.