Rationale
Nach Präparation der Vena cephalica oder Punktion der Vena subclavia in Seldinger-Technik
wird die Sonde bzw. die Sonden auf einem Mandrin in den rechten Ventrikel und/oder
den rechten Vorhof vorschoben. Je nach anatomischen Gegebenheiten und nach
Art der Sonde (z.B. Schraub- oder Ankersonde) werden optimale Plazierungspunkte
gesucht (z. B. Vorhof: im rechten Herzohr, Ventrikel in der rechten Herzspitze).
Die Kontrolle der Lage und ggf. weiterer Manipulationen erfolgt durch Röntgendurchleuchtung.
Probleme bei der Platzierung, aber auch schlechte Reizschwellenwerte mit Suche
einer besseren Platzierung verlängern die Durchleuchtungsdauer. Für
biventrikuläre Schrittmachersysteme werden deutlich längere Durchleuchtungsdauern
benötigt.
Während das Flächendosisprodukt vor allem Auskunft über die
Strahlenbelastung des Patienten gibt, lässt die Durchleuchtungsdauer auf
den Operationsverlauf und damit auch auf die Erfahrung des Operateurs Rückschlüsse
zu. Die Fachgruppe hat bewusst das Flächendosisprodukt ab dem Verfahrensjahr
2006 zugunsten der Durchleuchtungsdauer aus der Auswertung und 2007 aus dem
Datensatz genommen, da die Überprüfung der Strahlenbelastung als
Aufgabe der einschlägigen Röntgen-Qualitätssicherung gesehen
wird und nicht als Aufgabe der externen stationären Qualitätssicherung.
Wiegand et al. berichten von Durchleuchtungsdauern bei DDD-Eingriffen von
4,1 +/- 2,4 min und bei VDD und VVI von 3,5 +/- 2,3 min (Wiegand et al. 2003,
1.214 Patienten mit AV-Block).
Aus dem dänischen Herzschrittmacherregister (Møller & Arnsbo
2005) werden von 2004 folgende Durchleuchtungszeiten im Mittel gemeldet: AAI:
4,0 min, VVI 5,3 min, VDD 5,4 min, DDD 8,1 min.
Das britische National Radiology Protection Board (Hart et al. 2000) hat von
1996 bis 2000 in 16 OP-Sälen (12 Krankenhäuser) bei 425 Herzschrittmachereingriffen
folgende Durchleuchtungsdauerwerte per Saal registriert: Minimum 48 sec (0,8
min), Maximum 819 sec (13,7 min), Durchschnitt 422 sec (7,0 min). Daraus wird
die Empfehlung abgeleitet (national reference dose für abgeschlossene
Untersuchungen bei erwachsenen Patienten): 10,7 min
Eberhardt et al. (2005) fanden folgende Einflussfaktoren auf Operationszeit
und Durchleuchtungszeit
patientenabhängig
- rechtsventr. Infarkt
- rechtsventr. Dilatation
operateurabhängig
- Subclaviapunktion
- Erfahrung
systemabhängige Faktoren
DDD-Systeme vs. VVI/VDD-Systeme