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Interpretationshilfe für Patienten

(Stand: 21.06.2007)

Qualitätsindikator

Wiederherstellung der Durchblutung der Herzkranzgefäße

BQS-Qualitätsindikator

Erreichen des wesentlichen Interventionszieles bei PCI

Versorgungsbereich:
Herzkatheteruntersuchung und -behandlung

Indikatortyp:
Ergebnisindikator

BQS-Leistungsbereich:
Koronarangiographie und perkutane Koronarintervention (PCI)

Art des Referenzbereichs:
Toleranzbereich

Informationen zum Versorgungsbereich: Link.

Begriffserläuterungen finden Sie im Glossar.

    

Qualitätsziel
Nach einer Herzkatheterbehandlung soll möglichst häufig die Durchgängigkeit des behandelten Herzkranzgefäßes zu mindestens 50 Prozent wiederhergestellt sein.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Die PCI (perkutane koronare Intervention) ist eine Behandlungsmethode, bei der verengte oder verschlossene Herzkranzgefäße wieder erweitert und durchgängig gemacht werden. Das Ziel dieser Behandlung ist die Wiederherstellung der ausreichenden Blutversorgung des Herzmuskels. Bis vor einiger Zeit wurde für diese Behandlungen überwiegend der Begriff PTCA (perkutane transluminale Angioplastie) verwendet.

Bei einer PCI wird während der Herzkatheteruntersuchung ein Ballonkatheter zum Herzen vorgeschoben und an der Engstelle im Gefäß in Position gebracht.

Der Ballonkatheter ist ein langer, dünner, biegsamer Kunststoffschlauch, an dessen Ende sich ein aufblasbarer, länglicher Ballon befindet.

Durch den Katheterschlauch leitet der Arzt Röntgen-Kontrastmittel in das betroffene Gebiet und kontrolliert so die Position des Ballons am Röntgenbildschirm. Sobald er sich an der richtigen Stelle befindet, wird der Ballon mit einem Gemisch aus Kochsalzlösung und Röntgen-Kontrastmittel gefüllt und wird dann so aufgebläht bis zu 60 Sekunden lang – und bei Bedarf auch länger – an der verengten Stelle des Herzkranzgefäßes belassen.

Durch die Ausdehnung des Ballons wird die Verengung (Stenose) im betroffenen Gefäß erweitert und ein ungestörter Blutfluss wiederhergestellt.

Um eine erneute Verengung des betroffenen Herzkranzgefäßes zu verhindern und es dauerhaft offen und durchgängig zu halten, wird häufig mittels Ballonkatheter ein sogenannter „Stent“, eine Gefäßstütze, eingesetzt, der in der Verengung entfaltet wird und nach Entfernung des Ballons dauerhaft im Gefäß verbleibt.

Der Stent ist ein kleines, röhrchenförmiges Gittergerüst und hält das Gefäß offen. Neuere Stents sind zusätzlich mit Medikamenten beschichtet, die noch wirksamer verhindern helfen, dass sich das Gefäß erneut verengt oder verschließt.

Erst wenn die Ballonerweiterung ohne Komplikationen abgeschlossen wurde und zu einer Besserung oder zum Verschwinden der Beschwerden geführt hat, gilt der Eingriff als erfolgreich.

Voraussetzung für das Erreichen dieser Ziele ist, dass das betroffene Herzkranzgefäß durch die PCI wieder zu mindestens 50 Prozent durchgängig gemacht wird, weil dann der Blutfluss ausreichend wiederhergestellt ist.

Eine besondere Risikogruppe stellen Patienten mit akutem Koronarsyndrom (Herzinfarkt) dar. Hier ist es das Ziel der Herzkatheterbehandlung, das durch den Infarkt verschlossene Gefäß sofort wieder zu eröffnen und so zu verhindern, dass Herzmuskelgewebe abstirbt.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Damit ermittelt werden kann, ob das Qualitätsziel erreicht wird, dokumentiert das Krankenhaus am Ende der stationären Behandlung für alle Patient(inn)en, bei denen eine Herzkatheterbehandlung bei akutem Koronarsyndrom (Herzinfarkt) durchgeführt wurde, ob nach der Behandlung die Durchgängigkeit des behandelten Herzkranzgefäßes zu mindestens 50 Prozent wiederhergestellt ist.

Aus diesen Angaben wird eine Kennzahl berechnet, deren Ergebnis in Prozent angegeben wird. Sie gibt an, bei wie vielen Patient(inn)en mit akutem Koronarsyndrom die eine PCI erhielten, nach der Behandlung die Durchgängigkeit des behandelten Herzkranzgefäßes zu mindestens 50% wiederhergestellt war.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator kann keine medizinisch-pflegerisch begründbare Grenze für eine tatsächlich erreichbare gute Qualität festgelegt werden. Als Orientierungshilfe zur Bewertung der Krankenhausergebnisse kann das durchschnittliche Ergebnis in Deutschland (Gesamtrate) herangezogen werden (siehe: Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?).

Da es für diesen Indikator keine klar belegbare Grenze für gute Qualität gibt, wird der Referenzbereich genutzt, um die auffälligsten Ergebnisse zu prüfen. Nicht jedes auffällige Ergebnis bedeutet automatisch schlechte Qualität. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen möglicherweise Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Welche Versorgungsqualität für dieses Qualitätsziel erwartet werden kann, zeigt das Ergebnis, das 2006 in Deutschland erreicht wurde: Es betrug 93,27%.

Damit konnte bei 93 von 100 Patienten mit akutem Koronarsyndrom, bei denen 2006 im Krankenhaus eine Herzkatheterbehandlung durchgeführt wurde, das beabsichtigte Ziel des Eingriffs erreicht werden.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit einer Rate von mehr als 93,27% liegen über dem Durchschnitt. Krankenhäuser mit einer Rate von weniger als 85% haben ein auffälliges Ergebnis.

Aus auffälligen Ergebnissen kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Kardiologie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

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