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Rationale

Das Überleben nach einer Nierentransplantation ist der wichtigste Ergebnisparameter zur Analyse der Transplantationsergebnisse, da es – im Gegensatz zur Organüberlebenszeit - auch die Resultate von therapiebedingten Folgeerkrankungen berücksichtigt. So hat sich die Organüberlebenszeit seit der Einführung der Cyclosporin-Immunsuppression zwar deutlich verbessert, aber die Immunsuppression selbst birgt Risiken, die das Patientenüberleben beeinflussen (EBPG Expert Group on Renal Transplantation 2002; Arend et al. 1997).

Es gibt drei große Datenbanken, die Ergebnisdaten zur Organtransplantation sammeln. Bei Eurotransplant (ET) gehen Daten aus den Benelux-Staaten, Deutschland, Österreich und Slowenien ein (n = 50.619, Zeitraum: 1980 bis 2000). Das United Network for Organ Sharing (UNOS) registriert die Ergebnisse aller US-amerikanischen Zentren (n = 116.789, Zeitraum: 1987 bis 2000). In der Collaborative Transplant Study (CTS) gehen die ET- und UNOS-Daten, sowie Transplantationsdaten weiterer Länder weltweit ein (n = 201.234, Zeitraum: 1985 bis 2000) (zitiert nach: EBPG Expert Group on Renal Transplantation 2002). Die Überlebenszeiten in diesen Registern sind nach Nachbeobachtungszeitpunkten und Spendertypen klassifiziert. Die Transplantationen nach Postmortalspende stellen mit 75% (UNOS) bis 92,9% (ET) den größten Anteil in den Registern. Die nicht-adjustierten 1-Jahresüberlebensraten bei Transplantationen nach Postmortalspende liegen zwischen 93,4% (CTS) und 94,1% (ET und UNOS), die 5-Jahresüberlebensraten zwischen 82,3% (UNOS) und 84,1% (ET). Bei den Transplantationen nach Nierenlebendspende liegen die 1-Jahresüberlebensraten der Patienten zwischen 95,5% (CTS) und 97,4% (ET und UNOS), die 5-Jahresüberlebensraten zwischen 87,4% (CTS) und 92,5% (ET).

Haupt-Todesursache für Organempfänger nach Postmortalspende im ersten Jahr nach Transplantation sind kardiovaskuläre Erkrankungen (26%) und Infektionen (24%). Bis drei Jahre nach der Transplantation fällt der relative Anteil an Todesfällen wegen Infektionen auf 15% und die Todesursache „maligne Erkrankung“ steigt auf 13% (Cecka 1999).

Die Letalität ist als Qualitätsindikator geeignet, da das Patientenüberleben bei Organtransplantierten in hohem Maße von der Wahl der immunsuppressiven Therapie abhängt. So vergleichen D´Allessandro et al. (1995) die Überlebensraten von 1.000 Nierentransplantationen nach Lebendspende in der Prä-Cyclosporin-Ära mit denen in der Cyclosporin-Ära und kann hier deutliche Unterschiede im Langzeit-Ergebnis zeigen. Auch in Trendanalysen des United States Renal Data System Annual Report 2006 (USRDS) zeigt sich zwischen 1980 und 2003 eine jährliche Zunahme der Überlebenszeiten.