Rationale
Die frühzeitige Funktionsaufnahme des Transplantats ist ein empfindlicher Prädiktor für das Risiko einer akuten Abstoßungsepisode und stellt damit einen wichtigen Einflussfaktor für die Organüberlebens-Langzeitprognose dar (Pascual et al. 2004; Gjertson 2001; Cecka 1999; Ojo et al. 1997; Samaniego et al. 1997; Shoskes & Halloran 1996). Der Zeitpunkt der Funktionsaufnahme kann operationalisiert werden, indem die Notwendigkeit der Dialyse von transplantierten Patienten während des stationären Aufenthaltes nach der Transplantation erfasst wird (Perico et al. 2004).
In der UNOS-Registerauswertung von Cecka (1999) nahmen die Nierentransplantate von rund 35% aller Patienten (8.111 von 23.109 Patienten) erst verzögert ihre Funktion auf. Eine verzögerte Funktionsaufnahme lag vor bei fehlender Urinproduktion am ersten postoperativen Tag sowie bei Notwendigkeit einer Dialysetherapie während der ersten postoperativen Woche (Cecka 1999).
Patientenbedingte Ursachen für eine verzögerte Funktionsaufnahme des Transplantats sind neben den einleitend formulierten Risikofaktoren „Alter über 65 Jahre“, „Diabetes mellitus“, „Retransplantationen“ und „Transplantationen mit hoher Dringlichkeit“ auch immunologische Faktoren, die Qualität des transplantierten Organs und die kalte Ischämiezeit (Cecka 2001; USRDS Annual Report 2006; Merkus et al. 1991; Shoskes & Halloran 1996).