Rationale
Der Qualitätsindikator Operative Komplikationen ist geeignet, die Behandlungsqualität von Nierentransplantationszentren vergleichend zu beurteilen. Die Ursachen für operative Komplikationen sind zu einem großen Teil verfahrens- und erfahrungsbedingt. Zudem können sie zumeist während des stationären Aufenthaltes beobachtet und erfasst werden.
Die Angaben aus der Literatur zu den postoperativen urologischen Gesamtkomplikationsraten sind schwierig zu vergleichen, da die Definitionen für postoperative Komplikationen in diesen Publikationen nicht einheitlich verwendet werden. Die Angaben für postoperative Komplikationsraten liegen zwischen 2,4% und 14,1% (Karakayali et al. 1996 [n = 1.051]; Rigg et al. 1994 [n = 1.016]). Bei operativen Komplikationen wird zwischen Früh- und Spätkomplikationen unterschieden. Zu den Frühkomplikationen zählen Urinleckage, Fisteln im Urogenitaltrakt und arterielle bzw. venöse Thrombosen der Nierengefäße.
Die häufigste Frühkomplikation ist die Urinleckage mit Inzidenzraten von 1,24% bis 6,2% (Karakayali et al. 1996; Burmeister et al. 2006 [n = 1.065]).
Weiterhin kann es zu Fistelbildungen kommen. Die Studiendaten geben hierzu Raten zwischen 0,2% und 5,4% an (Davari et al. 2006; Faenza et al. 2005). Ursachen für eine Urinleckage oder Fistel können eine ischämische Nekrose des Ureters oder eines Nierenkelches, eine Virusinfektion des Ureters, eine Abstoßung oder eine operationstechnisch bedingte Leckage der Anastomose sein.
Weitere postoperative Komplikationen sind Infektionen und Blutungen. Die Inzidenz von postoperativen Wundinfektionen liegt zwischen 1,8% bis 7% (Alangaden et al. 2006; Hancke et al. 1990; Lai et al. 1994; Stephan et al. 1997; Odland 1998). Die Angaben zu postoperativen Blutungsraten liegen etwa bei 8% (Hernandez et al. 2006).