Rationale
Die amerikanische Leitlinie (AUA 2003) gibt Empfehlungen zur
Diagnostik bei Patienten mit bestimmten Befundkonstellationen. Neben
der ausführlichen medizinischen Anamnese, der körperlichen Untersuchung
(vor allem digitaler rektaler Untersuchung) und dem Urinstatus wird die
PSA (Prostataspezifisches Antigen)-Bestimmung dann empfohlen, wenn das
Ergebnis Einfluss auf die Therapieoptionen (z. B. Entscheidung zur
Krebsbehandlung orientiert an der natürlichen Lebenserwartung des
Patienten) hat (recommended).
Zur Erfassung der Beschwerden des Patienten wird der AUA bzw. der
identische IPSS empfohlen. Als Ergänzung wird z. B. die
Lebensqualitätsfrage zum IPSS empfohlen (optional).
Uroflow- und Restharnbestimmung werden als weitere Diagnostik je nach Fragestellung empfohlen (optional). Diese Parameter
werden häufig im Vergleich postoperativ/präoperativ herangezogen, um
das Operationsergebnis zu objektivieren (Pientka 1998).
Die Europäische Leitlinie (de la Rosette et al. 2001) stuft zur
Diagnostik der BPH die digitale rektale Untersuchung als verpflichtend
(mandatory) ein. Die IPSS-Bestimmung, die Kreatininbestimmung (oder
Sonographie der Niere), die Uroflow- und die Restharnbestimmung werden
empfohlen (recommended), alle weiteren Tests sind optional.
Die Deutsche Leitlinie für Diagnostik des Benignen Prostatasyndroms
(BPS) (Palmtag et al. 2003) benennt als Standarddiagnostik: IPSS oder
vergleichbare Symptomenscores, Serum-Kreatinin, PSA (bei einem
Lebensalter von über 50 Jahren, wenn sich daraus therapeutische
Konsequenzen ergeben), Urinstatus, Uroflowmetrie, Restharnbestimmung
und Uro-Sonographie (Nieren, Blase, Prostata, möglichst transrektal
(TRUS)).