Rationale
Die Harnflussmessung ist ein unverzichtbarer Bestandteil der
initialen Untersuchung und der Verlaufskontrolle (Palmtag et al. 2003).
Die Uroflowmetrie zeichnet die Harnmenge, welche die Urethra während
der Miktion verlässt, als Harnflussrate in ml/sec auf. Dabei ist die
maximale Harnflussrate bedeutend. Diese ändert sich mit Füllungsgrad
der Harnblase, daher ist die Abweichung von so genannten Nomogrammen zu
beurteilen. Zur eindeutigen Beurteilung ist ein Miktionsvolumen von
mindestens 150 ml notwendig.
Pientka (1998) weist darauf hin, dass als objektiver
Outcome-Parameter in Studien häufig die maximale Harnflussrate
verwendet wird. So liegt die Verbesserung der maximalen Harnflussrate
durch eine TUR im Durchschnitt bei etwa 10 ml/sec. Allerdings liegen
keine Daten für die Dauer des Erfolgs vor. Wein (1995) nennt eine Reihe
von Problemen bei der Beurteilung der BPH durch die Uroflowmetrie:
- Ein verminderter Harnfluss kann durch Harnabflussstörung (Obstruktion), aber auch durch verminderte Detrusoraktivität entstehen.
- Andererseits kann auch bei Harnabflussstörung u. U. ein normaler Harnfluss gemessen werden.
- Bei vielen Patienten wird das erforderliche Miktionsvolumen nicht erreicht
- Miktionsunterbrechungen oder Nachtröpfeln machen die Berechnung der Harnflussrate schwierig
- In der Untersuchungssituation ist bei vielen Patienten eine normale Miktion nicht möglich
Bei BPH-Patienten liegt in der Regel eine erhöhte Restharnmenge vor.
Ein signifikanter Restharn ist kein sicherer Beweis für eine
obstruktive Blasenentleerungsstörung. In der Regel wird die
Restharnbestimmung sonografisch durchgeführt.
Die Europäische Leitlinie (de la Rosette et al. 2001) empfiehlt die
postoperative Bestimmung von Uroflow, Restharn, IPSS, Urinkultur und
Histologie. Follow-Up-Untersuchungen sollten 6 Wochen, 12 Wochen und 6
Monate nach dem Eingriff erfolgen. Weder die deutschen (Berges et al.
2003), noch die amerikanischen Leitlinien (AUA 2003) machen Aussagen
zum postoperativen Management nach TUR.
Die Erfolgskontrolle des Eingriffs noch während des Aufenthaltes mit
Uroflow und/oder mit Restharnbestimmung wird von der Fachgruppe als
Standard angesehen. Wegen der kurzen Verweildauer und dem zeitlich zu
kurzen Abstand zur Operation ist der Uroflow nur bedingt verwertbar.