Rationale
Eine sehr schwerwiegende Komplikation nach einer Tonsillektomie ist
die Nachblutung. Am häufigsten tritt sie am Operationstag, am ersten
oder zweiten Tag nach der Operation sowie am fünften oder sechsten
postoperativen Tag auf. Gelegentlich wird eine Nachblutung auch nach
bis zu drei Wochen beobachtet. Nachblutungen innerhalb der ersten 24
Stunden können am ehesten auf die Operationstechnik bezogen werden und
können somit Rückschlüsse auf die Qualität der Operation geben.
Nachblutungsraten in der Literatur sind schwierig zu vergleichen, da
unterschiedliche Nachbeobachtungszeiträume und vor allem
unterschiedliche Definitionen zur Erfassung der Nachbutung eingesetzt
werden.
Eine Risikostratifizierung erfolgt, indem Patienten mit Bluthochdruck
und solche mit Gerinnungsstörungen aus der Grundgesamtheit ausgeschlossen
werden. Damit kann ein um präexistente Faktoren einer Blutungsneigung
bereinigtes, homogenes Kollektiv betrachtet werden.