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Referenzbereich

Der Referenzbereich unterscheidet auffällige von unauffälligen Ergebnissen. Ergebnisse innerhalb der Referenzbereiche sind als unauffällige Versorgungsqualität zu werten, während Ergebnisse außerhalb der Referenzbereiche Auffälligkeiten kennzeichnen. Eine Analyse der auffälligen Ergebnisse mit den betroffenen Krankenhäusern soll im Strukturierten Dialog erfolgen.

Eine Besonderheit ist der Sentinel-Event-Indikator: Hier handelt es sich um sehr seltene, schwerwiegende Ereignisse. Jedem Einzelfall soll in einer differenzierten Analyse nachgegangen werden. Faktisch handelt es sich um einen Referenzbereich von 0%.

Wie werden die Referenzbereiche festgelegt?
Für die Festlegung der Referenzbereiche verwenden die Fachgruppen bei der BQS folgende Informationsquellen:

  1. Leitlinien
  2. Wissenschaftliche Fachliteratur
  3. Referenzerhebungen (Daten aus klinischen oder epidemiologischen Registern, deutsche oder internationale Referenzdaten zur Infektionsepidemiologie, Auswertungen aus Qualitätssicherungsprojekten)

Die Fachgruppen und die BQS prüfen, ob eine Vergleichbarkeit der Daten aus diesen Quellen mit den Ergebnisse der externen Qualitätssicherung gegeben ist. Die Vergleichbarkeit kann hauptsächlich aus folgenden Gründen eingeschränkt sein:

  • Unterschiedliche Beobachtungszeiträume
  • Unterschiedliche Patientenkollektive
  • Unterschiedliche Definitionen

Zur Verdeutlichung ein Beispiel: In wissenschaftlichen Untersuchungen werden Sterblichkeitsraten häufig über einen Zeitraum von 30 Tagen erfasst. Der Beobachtungszeitraum für die externe Qualitätsdarstellung ist dagegen auf den stationären Aufenthalt begrenzt. Damit ist der Zeitraum der Beobachtung erstens variabel und zweitens in der Regel kürzer. Man kann also die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen nicht mit denen der externen Qualitätsdarstellung gleichsetzen.

Stehen verwertbare Datenquellen nicht zur Verfügung oder ist die erforderliche Vergleichbarkeit nicht gegeben, legen die Fachgruppen bei der BQS die Referenzbereiche durch einen Expertenkonsens auf der Basis klinischer Erfahrung fest. In diesen Fällen sind in der Regel keine festen Werte, sondern Perzentilen als Referenzbereiche definiert worden. Bei der Festlegung von Perzentilen wird berücksichtigt, dass die Anzahl der auffälligen Häuser unter dem Aspekt der praktischen Umsetzbarkeit des Strukturierten Dialogs möglichst nicht zu hoch sein sollte.

Für einige Indikatoren werden obere und untere Perzentilen als Grenzen für den Referenzbereich festgelegt. Beispiel: Die Indikationsstellung zur brusterhaltenden Operation beim Mammakarzinom muss unter Berücksichtigung vielfältiger Bedingungen erfolgen. Bei Krankenhäusern mit extrem hohen oder extrem niedrigen Raten brusterhaltender Operationen muss daher gleichermaßen hinterfragt werden, ob bei der Indikationsstellung diese Bedingungen ausreichend differenziert berücksichtigt worden sind. Diese Vorgehensweise folgt internationalen Standards (JCAHO 1990, Mainz 2003, Sens & Fischer 2003).

Literatur:
Joint Commission on Accreditation of Healthcare Organisations (JCAHO). Primer on Indicator Development and Application. Measuring Quality in Health Care. The Joint Commission on Accreditation of Healthcare Organization, (Hrsg.). Oakbrooke Terrace , Illinois : JCAHO; 1990.

Mainz J. Defining and classifying clinical indicators for quality improvement. Intern J Qual Health Care 2003; 15 (6): 523-530.

Sens B, Fischer B. GMDS-Arbeitsgruppe "Qualitätsmanagement in der Medizin": Begriffe und Konzepte des Qualitätsmanagements. Informatik, Biometrie und Epidemiologie in Medizin und Biologie 2003; 34[1], 1-61.

Erläuterung zum Referenzbereich

Es wird dargestellt, welche Quellen für die Festlegung des Referenzbereichs ggf. herangezogen wurden (Beispiele: NRZ-Raten für Wundinfektionen, Referenzbereiche aus Leitlinien).
Gegebenenfalls wird hier dargestellt, welche Informationen aus dem Strukturierten Dialog für die Festlegung der Referenzbereiche von den Fachgruppen der BQS herangezogen werden konnten.